13.03.2018

Olympioniken des kritischen Denkens

Es wurde debattiert, hinterfragt und geschrieben: Vom 8.-11. März 2018 trafen sich Jugendliche aus der ganzen Schweiz an der Universität Bern zum Final der Philosophie-Olympiade. Die beiden Gewinnerinnen des Essaywettbewerbs reisen Ende Mai für die Schweiz an die Internationale Olympiade nach Montenegro.

Argumentieren präzise und haben originielle Ideen: Die Finalistinnen und Finalisten der Philosophie-Olympiade 2018. Bild: Cyrille Boinay

Rafaela Schinner vom Kollegium Spiritus Sanctus Brig gewinnt die Philosophie-Olympiade 2018. Bild: Cyrille Boinay

Svenja Hammer von der Stiftsschule Einsiedeln holt sich die zweite Goldmedaille. Bild: privat

Die Preisverleihung an der Uni Bern: Am vierten Tag des Finals wurde gefeiert. Bild: Cyrille Boinay

Die Gymnasiastinnen Rafaela Schinner (Kollegium Spiritus Sanctus Brig, VS) und Svenja Hammer (Stiftsschule Einsiedeln, SZ) gewinnen mit ihren Essays die 13. Philosophie-Olympiade in der Schweiz. Sie überzeugten die Jury mit Argumenten, analytischem Geschick und originellen Ideen. Rafaela Schinner untersuchte in ihrem Essay die Frage "Ist das Leben in Gemeinschaft ein Hindernis für die Freiheit?". Svenja Hammer setzte sich in ihrem Text mit einem Zitat der Philosophin Helene von Druskowitz zum Thema Willensfreiheit auseinander.

 

Nach über 10 Jahren geht so wieder eine Goldmedaille ins Wallis. Von der Stiftsschule in Einsiedeln machte zum ersten Mal eine Schülerin mit und holte sich gleich Gold.

 

Silber geht an Tim Krappel (Kollegium Spiritus Sanctus Brig, VS) und Léonore Lavorel (Institut Florimont, GE). Über Bronze freuen sich Pio Blieske (Kantonschule Zürcher Oberland, ZH) und Axel Vanoni (Kantonsschule Romanshorn, TG).

 

Montenegro wird zum internationalen Treffpunkt für junge Philosophen

Die Gewinnerin Svenja Hammer mag Philosophie, weil sie ihr Denken schult. Und weil ihr dieses Denken Spass macht: "Es ist ein schönes Gefühl, wenn ich nach der Analyse des Problems auf ein Fazit stosse." Mit der Goldmedaille gewinnen Svenja und Rafaela auch eine Reise: An die internationale Philosophie-Olympiade nach Bar, Montenegro (23.-27. Mai 2018), wo sie auf junge Philosophinnen und Philosophen aus 45 Ländern treffen.

 

Impressionen

Video: Lara Gafner, Philosophie-Olympiade

 

Die Essays: über die Freiheit nachdenken, John Searle hinterfragen

Am viertägigen Final wurde um die Wette geschrieben und die Neugierde der Jugendlichen mit Workshops von Philosophinnen und Philosophen gestillt: Wie schreibe ich einen guten Essay? Was bedeutet Evidenz? Kann ich Gut und Böse auf dieselbe Art beschreiben, wie ich einen Apfel beschreiben würde?

Am Samstag, 10. März 2018 wurden aus den Lernenden schliesslich Autorinnen und Autoren: Sie schrieben einen 4-stündigen Essay zu einem von vier Themen. Ethik, Sprachphilosophie oder Philosophie des Geistes: Die Organisatoren wählten eine möglichst breite Palette an Themen aus. Die Schüler überlegten sich z.B. ob das Leben in Gemeinschaft ein Hindernis für Freiheit ist. Sie schrieben über die Philosophie an sich und wie sie zu anderen Wissenschaften steht. Oder sie analysierten ein Zitat von John Searle: "Was immer man meinen kann, kann auch gesagt werden."

 

Philosophie hilft, selbst zu entscheiden und Dinge zu hinterfragen

Die Philosophie-Olympiade will bei Jugendlichen die Freude am Philosophieren wecken. Und sie will das kritische Denken der Jugendlichen fördern. Dazu Lara Gafner, Philosophie-Studentin an der Uni Bern und Organisatorin: "Kritisches Denken kann jedem Jugendlichen etwas bringen, da es ihnen die Fähigkeit verleiht, selbst zu entscheiden und zu hinterfragen, was und wem sie glauben. Das fördert die Persönlichkeitsbildung und das Selbstbewusstsein." Das kritische Denken ist auch gesellschaftlich wichtig: Es macht die nächste Generation beispielsweise fit, in der Politik überlegt zu entscheiden.

 

Rangliste

Seite 2 in der Medienmitteilung (PDF)

 

Bilder

Klicken Sie am Ende des Beitrags auf Download, um die Bilder des Sliders herunterzuladen. Bilder der weiteren Finalistinnen und Finalisten erhalten Sie auf Anfrage.

 

Kontakt

Mirjam Sager, Kommunikationsbeauftragte

Telefon Direkt: 031 631 51 87

m.sager@olympiad.ch

Weitere Artikel

Chemie

Wer wird der nächste Chemie-Champion?

18 Jugendliche haben im Januar 2019 bewiesen, wie gut sie sich mit kleinen Teilchen auskennen. Sie treten im April 2019 zum Final der Chemie-Olympiade an.   

Robotik

Du holst aus Mikrochips das Maximum?

Melde dich bis am 17. März mit deinem Team für die Robotik-Olympiade an. Macht euer Roboter eine gute Figur an den regionalen Wettbewerben, so kämpft ihr im Juni um Medaillen am Final. Viel Glück!

Philosophie

Die Philo-Finalisten

Nein, du musst weder Platon noch Foucault in- und auswendig kennen, um es ins Final der Philo-Olympiade zu schaffen. Was beim Essay zählt, sind Argumente, die überzeugen. Und eigene Beispiele, weil wir wissen wollen, wie DU denkst.

Verband

Geographie

Physik

Mathematik

Informatik

Chemie

Schnuppertag Naturwissenschaft für junge Frauen

Möchtest du erfahren, was naturwissenschaftliche Studienfächer alles zu bieten haben? Schnuppere Studienluft am 21. März 2019 an der Uni Bern. Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung. (Anmeldeschluss: 18. Februar)

Verband

Chemie

Informatik

Mathematik

Physik

Robotik

Tipp: Die MINT-Servicestelle von IngCH und Swissmem

Lea Hasler berät Schulen bei MINT-Projekten. Im Interview erklärt sie, wie die Beratung genau funktioniert. Und sie stellt uns drei Projekte mit Schulen vor, die sie 2018 besonders gefreut haben.

Physik

Wer schafft den Sprung ins Finale?

Da waren es nur noch 63. Von den über 800 Jugendlichen, die sich der Herausforderung stellten, schafften 63 den Sprung in die zweite Runde der Physik-Olympiade. Der Test fand am 16. Januar in Bern, Zürich, Lausanne und Lugano statt. Hier geht es zu den Resultaten.

Chemie

Noemie und Daniel hirnen um die Wette

Die Kantischüler Noemie und Daniel haben die 1. Runde der Chemie-Olympiade 2019 mit links geschafft. Der Gewinn? Ein Wochenende in Bern, genauer gesagt, im Chemie-Institut der Uni Bern.

Informatik

Fünf Jugendliche programmieren sich an die Spitze

Jugendliche aus der ganzen Schweiz trafen sich an der ETH Zürich zum Tag der Schweizer Informatik-Olympiade am Samstag, 5. Januar 2019. Die fünf Gewinner der ersten Runde des Programmierwettbewerbs wurden bekannt gegeben.