11.09.2018

Informatik-Olympiade in Japan: Junger Schweizer gewinnt Bronze

330 Jugendliche aus über 80 Ländern zeigten in Japan, wie fit sie in Informatik sind. Sie programmierten effiziente Algorithmen und kämpften damit um die begehrten Medaillen an der Internationalen Informatik-Olympiade (01. bis am 08. September 2018, Tsukuba). Der Schweizer Kantischüler Nicolas Camenisch überzeugte und gewann Bronze − bereits zum zweiten Mal.

Die Schweizer Teilnehmer Elias Boschung, Nicolas Camenisch und Bibin Muttappillil. Es fehlt: Valentin Imbach. Bild: Nicolas Camenisch & Benjamin Schmid

Valentin Imbach, Elias Boschung, Bibin Muttappillil und Nicolas Camenisch (hinten, von links). Benjamin Schmid (Begleiter), Carman Chui (Guide), Joël Mathys (Begleiter) (vorne, von links). Bild: Nicolas Camenisch

 

Nicolas Camenisch (Kanti Wettingen) gewinnt seine zweite internationale Informatik-Bronze. Bild: Benjamin Schmid und Nicolas Camenisch

In der Wettbewerbshalle: Bibin Muttappillil, Benjamin Schmid (Begleiter) und Joël Mathys (Begleiter). Bild: Nicolas Camenisch

In Japan kämpften die weltweit besten 330 Nachwuchsprogrammierer um Medaillen. Für die Schweiz waren vier Jugendliche am Start:

  • Nicolas Camenisch, Kantonsschule Wettingen, AG
  • Bibin Muttappillil, Gymnasium Oberwil, BL
  • Elias Boschung, Collège St. Michel, FR
  • Valentin Imbach, Mathematisch-Naturwissenschaftliches Gymnasium Rämibühl, ZH

 

Die Mittelschüler gewannen im April 2017 die Schweizer Informatik-Olympiade und qualifizierten sich so für den internationalen Wettbewerb. Nicolas Camenisch schnitt in Japan am besten ab. Er holte sich mit Platz 147 von 335 Plätzen eine Bronzemedaille – genau wie im Jahr zuvor im Iran. Nicolas zeigt sich zufrieden mit seiner Leistung und meint grinsend: "Ich habe bewiesen, dass ich keine Eintagsfliege bin." Die ersten zehn Plätze belegten Jugendliche aus China, den USA, Georgien, Belarus, Japan, der Türkei und Vietnam.


Mix für einen guten Algorithmus: Analyse, Kreativität und Programmierhandwerk

Der Wettbewerb bestand aus zwei Prüfungstagen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten für sechs vorgegebene Probleme Algorithmen entwickelten und programmieren. So schrieben sie beispielsweise ein Programm, das möglichst rasch eine geheime Tastenabfolge auf einem Gamepad herausfindet. Oder sie setzten einen Algorithmus um, der bestimmte Sitzordnungen berechnen kann. Gefragt sind bei solchen Aufgaben analytisches und kreatives Denken. In einem zweiten Schritt erfolgt die praktische Umsetzung, sprich das Programmieren der Lösung in einer bestimmten Codiersprache. 

 


Die Informatik-Olympiade fördert Jugendliche in relevanten Fähigkeiten

Algorithmen stecken heute quasi in jedem Gerät. Jugendliche, die bei der Informatik-Olympiade mitmachen, lernen, wie Algorithmen funktionieren – und wie man sie einsetzen kann, um Computer oder Smartphones nützlich und effizient zu machen. Nebst dem fachlichen Wissen geht es beim Wettbewerb aber auch um den olympischen Geist: Was zählt, ist das Erlebnis. Dabeisein ist genauso wichtig wie gewinnen; und die Gespräche mit Jugendlichen aus aller Welt ebenso wichtig ein funktionierender Algorithmus.

 


Internationale Informatik-Olympiade (IOI)

Die IOI ist ein Wettbewerb für junge Programmiererinnen und Programmierer. Die Olympiade will begabte und interessierte Jugendliche herausfordern und ermutigen. Gefördert wird auch der internationale Austausch. Die 87 Teilnehmerländer stellen je ein Team von maximal 4 Jugendlichen unter 20 Jahren. Diese Teams wurden zuvor bei der nationalen Olympiade selektioniert.

 

Wissenschafts-Olympiade

Die Wissenschafts-Olympiade motiviert und fördert Schülerinnen und Schüler in ihrem Lieblingsfach und weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität. Acht Vereine organisieren Workshops, Lager und Wettbewerbe für jährlich über 3'000 Talente in Wissenschaft und Technik. Die Organisatoren sind hauptsächlich begeisterte junge Forschende, die freiwillig viele Stunden in das nationale Programm investieren.


 

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Mirjam Sager
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m.sager(at)olympiad.ch

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