12.05.2022

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"Die Community der Olympiaden ist echt toll und bietet viel Unterstützung"

Für die Portraitreihe "Role Models" von IT-Feuer erzählt Aaron Griesser von seinen Erfahrungen bei der Robotik-Olympiade und von der Faszination IT. Von Zoé Jeanneret.

Aaron und sein Teampartner bei der Robotik-Olympiade 2021 (Bild: WRO)

 

 

Aaron Griesser aus Wolfhausen (ZH) studiert Elektrotechnik und Informationstechnologie an der ETH Zürich. Jahrelang hat er während des Gymnasiums das Freifach Robotik belegt und seine eigenen Lego-Mindstorms-Roboter gebaut – mit Erfolg. Sein damaliger Lehrer meldete ihn und seine Teamkollegen zur Robotik-Olympiade an. Bei der ersten Teilnahme gewannen sie den ersten Platz und durften nach Indien an die World Robot Olympiad kurz WRO reisen. Seine Begeisterung für diesen Wettbewerb hat Aaron nicht verloren, er arbeitet weiterhin freiwillig als Schiedsrichter: Er stellt während der Meisterschaften in der Schweiz Zusatzherausforderungen, steht für Fragen beim Wettbewerb zur Verfügung und überwacht natürlich den korrekten Ablauf des Wettbewerbs.

 

Auf die Frage, wieso er denn für die IT und genauer für Robotik brenne, lächelt er und sagt: „Im tiefsten Herzen bin ich eigentlich einfach Mathematiker. Zahlen und Mathematik haben mich schon immer fasziniert. Ich habe aus Neugierde das Freifach Robotik besucht und unser Lehrer hat uns für die WRO angemeldet, wir haben unseren ersten Wettbewerb gewonnen und durften an das internationale Final in Indien. Wir mussten uns sehr anstrengen, wir haben teilweise Tag und Nacht programmiert“. Es ging also für ihn alles sehr prompt, und schnell merkte Aaron, dass Robotik, Mathematik und Technik das ist, was in ihm das Feuer entfacht. Er entscheidet sich für die Vertiefung PAM (Physik und angewandte Mathematik) im Obergymi, nach der Maturität sucht er ein Studium, welches seine Leidenschaft für Mathematik und Informatik mit praktischen Aufgaben kombiniert und entscheidet sich für Elektrotechnik und Informationstechnologie an der ETH Zürich. Für ihn die perfekte Wahl. Er sagt sich sogar oft, dass er am liebsten nie aufhören würde zu studieren, aber: „Es braucht Disziplin, dran zu bleiben ist anspruchsvoll. Die Vorlesungszeit ist stressig, man muss viel Wissen aufnehmen. Ich finde das anstrengend. Was mich begeistert ist dann die Lernphase.“  Was für einige Student:innen eine Qual ist, bezeichnet Aaron als die bete Phase im Studium. Dort ist er mit seinen Freunden unterwegs, bildet Lerncommunities und kann sich so richtig in die Themen einarbeiten und allem auf den Grund gehen.

 

Wir haben teilweise Tag und Nacht programmiert

 

Teamarbeit und der Austausch sind essenziell

Neben dem Fach an sich sind die Mitstudent:innen zentral. „Es gibt so viel coole Leute und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, ist Teamarbeit sehr wichtig. Man muss zusammen funktionieren und kommunizieren, dies habe ich anfangs unterschätzt. Es kann während des Studiums sehr einsam werden, deshalb ist der Austausch so essenziell. Falls man weit kommen will, ist es eine wichtige Komponente.“

Er erwähnt zudem, dass die ETH schon eher theorielastig ist. Themen wie Programmieren, komplexe Analysis, Netzwerke und Schaltungen und Quantenmechanik werden behandelt. Aaron schätzt dies: Es gibt zwar einige Praktika, in denen Schaltungen gebaut werden müssen und Simulationen erstellt werden, aber das sei nicht so sein Ding. „Ich schaue mir alles viel lieber mathematisch an, dort geht alles perfekt auf.“

 

Es gibt so viel coole Leute und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, ist Teamarbeit sehr wichtig

 

Die Wissenschafts-Olympiade als Einstieg optimal

Dem IT-Nachwuchs möchte er Folgendes mit auf den Weg geben: „Das Studieren ist ein Prozess, man sollte nicht zu streng zu sich sein. Gehe dem nach, was dir Spass macht und wenn im Moment nichts Spass machen sollte, dann ist das auch in Ordnung. Fokussiere dich z. B. auf Sport oder andere Dinge. Das stärkt den Charakter. Wichtig ist auch, sich nicht zu zwingen. Ich wurde nie zu etwas gedrängt, sondern mir wurde eine Plattform geboten, in der ich mich entwickeln konnte. Ich rede da vom Robotik-Freifach: Das Material war vorhanden, der Raum, die Zeit und wir durften eigenständig tüfteln. Also nutzt unbedingt die Angebote. Probiert zum Beispiel die verschiedenen Wissenschafts-Olympiaden aus. Dort könnt ihr Leute kennenlernen und Gleichgesinnte finden, so entdeckt ihr ganz neue Dinge. Traut euch auch, eure Meinung zu ändern, falls euch etwas nicht mehr gefällt. Es gibt sehr viele unterschiedliche Disziplinen und die Lehrer:innen sind die richtigen Ansprechpersonen. Die Community der Olympiaden ist echt toll und bietet viel Unterstützung!“

 

Auf die Frage, ob die Informatik die Welt verändern kann, meint er: „Hat die Informatik die Welt nicht schon verändert? Positiv sowie negativ. Die Informatik ist so wichtig. Jede:r ist Nuzter:in. Sie ist Teil unseres Alltags. Cool ist es, wenn man weiss wie alles funktioniert und so unsere Zukunft mitgestalten kann. Mir geht es nicht einmal um das Resultat, sondern wie ich zu diesem Resultat komme. Was steckt dahinter? Ich nehme das Beispiel des selbstfahrenden Autos. Es geht mir nicht darum, dass es dies vielleicht irgendwann mal geben wird. Ich möchte wissen, was alles getan, überlegt, konzipiert werden muss, bis ich zum Produkt komme.“

 

Konkrete Zukunftspläne hat Aaron nicht, er hat aber Spass am Unterrichten und an seiner Rolle als Mentor, Dozent wäre eine Option: „Die Kombination zwischen Unterrichten und Forschen würde ich ideal finden.“

 

Die Community der Olympiaden ist echt toll und bietet viel Unterstützung

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