27.05.2025

Medienmitteilung

Die neue Schweizer Astronomie-Olympiade startet durch

Wer zu den Sternen reisen will, sollte einen Flug nach Mumbai buchen. Dort findet nämlich vom 11. bis 21. August 2025 die 18. International Olympiad on Astronomy and Astrophysics (IOAA) statt. Zum zweiten Mal wird die Schweiz an diesem Wettbewerb für Jugendliche mit einer Delegation vertreten sein. Die neu gegründete Schweizer Astronomie-Olympiade macht’s möglich.
Drei Schüler haben am ersten Finale der Schweizer Astronomie-Olympiade Gold und Tickets nach Indien gewonnen (von links nach rechts): Mikhail Dudko, Pranavendra Tammireddy, David Reichmuth.
Das Finale fand am 11. Mai statt, online und an der Universität Bern...
...wo die Teilnehmenden von einer Führung durch Thibaut Roger vom Center for Space and Habitability profitierten.
2024 nahm die Schweiz erstmals an der IOAA in Brasilien teil...
...wo das Team sogar vom Schweizerischen Generalkonsulat in Rio de Janeiro willkommen geheissen wurde.
Die erste Schweizer Delegation 2024, von links nach rechts: Anna Scognamiglio und Jehan Alsawaf (Delegationsleiterinnen), Luis Gördes, Ferdinand Ornskov, Valentine Thürler.
Valentine Thürler gehörte mit Teilnehmenden aus anderen Ländern zur Gruppe, das den Teamwettbewerb gewann, der an der IOAA neben dem Einzelwettkampf auf dem Programm steht.
Raphael Zumbrunn und Jehan Alsawaf mit dem Gründungsprotokoll des Vereins Schweizer Astronomie-Olympiade.
Vorstandsmitglieder Jehan Alsawaf und Etienne Gilgien mit Sonnenteleskop.
Die Astronomie-Olympiade wurde von Studierenden und ehemaligen Teilnehmenden anderer Wissenschafts-Olympiaden mit dem Ziel gegründet, Schweizer Jugendliche für Astronomie zu begeistern.
Am 28.11.2024 wurde die Astronomie-Olympiade in den Dachverband Wissenschafts-Olympiade aufgenommen.

Drei Schüler haben am ersten Finale der Schweizer Astronomie-Olympiade Gold und Tickets nach Indien gewonnen:

  • Mikhail Dudko, Gymnasium Lerbermatt (BE)
  • Pranavendra Tammireddy, Gymnase de Burier (VD)
  • David Reichmuth, Kantonsschule Alpenquai (LU)

Ausserdem ging eine Silbermedaille an Leonhard Mayer vom Liechtensteinischen Gymnasium (FL) und eine Bronzemedaille an Seraina Maag von der Kantonsschule Wettingen (AG) (siehe Rangliste unten).

A Star is Born!

Die Astronomie-Olympiade ist das neueste Mitglied des Dachverbands Wissenschafts-Olympiade. Gegründet wurde sie von Studierenden und ehemaligen Teilnehmenden anderer Wissenschafts-Olympiaden mit dem Ziel, Schweizer Jugendliche für Astronomie zu begeistern und ihnen die Teilnahme an der International Olympiad on Astronomy and Astrophysics (IOAA) zu ermöglichen. 

Raphael Zumbrunn und Jehan Alsawaf mit dem Gründungsprotokoll des Vereins Schweizer Astronomie-Olympiade.

“Ich habe an der Universität Bern Astrophysik studiert und jemanden getroffen, der als Jugendlicher an der IOAA teilgenommen hat”, erzählt die Gründerin Jehan Alsawaf. Zu ihrem Erstaunen fand sie heraus, dass die Schweiz an diesem Wettbewerb noch nie vertreten war, obwohl das Land bereits jährlich Delegationen an Internationale Wissenschafts-Olympiaden in 10 anderen Fächern schickte. 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Elf Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager und Prüfungen für über 9'000 Talente in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft.  Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.

Erfolgreiche erste Teilnahme in Brasilien

Im August 2024 war es dann soweit: Die Schweiz nahm zum ersten Mal an der IOAA teil, mit den Teilnehmenden Ferdinand Ornskov (Kantonsschule Zug, ZG), Valentine Thürler (Collège du Sud, FR) und Luis Gördes (Stiftsschule Engelberg, OW): 

Der Wettbewerb fand in Brasilien statt, wo das Team sogar vom Schweizerischen Generalkonsulat in Rio de Janeiro willkommen geheissen wurde:

 

Valentine Thürler gehörte ausserdem mit Teilnehmenden aus anderen Ländern zur Gruppe, das den Teamwettbewerb gewann, der an der IOAA neben dem Einzelwettkampf auf dem Programm steht:

 

Der Weg an die IOAA 2025 

Nach der ersten Teilnahme machte sich die Schweizer Astronomie-Olympiade daran, ihren nationalen Wettbewerb aufzubauen. Dabei wird sie vom SBFI, der Gebauer Stiftung und IDEA Helvetia finanziell unterstützt. Am Online-Test der ersten Runde im Januar 2025 nahmen 62 Mittelschülerinnen und Mittelschüler teil. Am 19. April gab es einen Hackathon an der ETH Zürich, bei dem die Teilnehmenden Poster zu astronomischen Themen gestalteten. Der Preis für das beste Poster ging an Elisa Bisig (Liceo Cantonale di Locarno, TI) und Nathan Bernard (Lycée Collège de Saint Maurice, FR):

Das Finale fand am 11. Mai statt, online und an der Universität Bern, wo die Teilnehmenden von einer Führung durch Thibaut Roger vom Center for Space and Habitability profitierten: 

Die drei Gold-Gewinner haben jetzt bis August Zeit, sich theoretisch auf die internationale Runde vorzubereiten. Im Juni oder Juli sollen sie ausserdem eine Nacht lang lernen, mit dem Teleskop den Sternenhimmel zu beobachten. 

“Es ist schwierig, dieses Training zu planen, da es sehr wetterabhängig ist”, erklärt Vorstandsmitglied Etienne Gilgien (rechts). 

Wer kann an der Astronomie-Olympiade teilnehmen?

Der Wettbewerb ist offen für alle, die eine Schweizer Mittelschule besuchen. Da Astronomie kein reguläres Schulfach ist, soll die erste Runde möglichst wenig Vorwissen voraussetzen, sondern eher Problemlösefähigkeiten anhand von Beispielen aus der Astronomie testen. Im Finale seien dann gute Physikkenntnisse und Wissen über andere Naturwissenschaften von Vorteil, so der Verein. Anders als die Physik-Olympiade, die seit den 1990ern junge Talente in ihrem Fach fördert, verfolge die Astronomie-Olympiade nämlich aktiv einen interdisziplinären Ansatz. Aufgaben über Datenanalysen oder die Atmosphären von Planeten beziehen Informatik oder Biochemie mit ein. Daher sind Lehrpersonen aller naturwissenschaftlichen Fächer eingeladen, interessierte Jugendliche auf den Wettbewerb hinzuweisen. 

Die erste Runde für das Schuljahr 2025/2026 wird vom 27.10. bis 30.11.2025 auf OlyPortal verfügbar sein. Wir bitten alle interessierten Lehrpersonen, den Schulversand für das Fach Astronomie zu abonnieren: 

Rangliste

Finale der Schweizer Astronomie-Olympiade 2024/2025

Rang

Name

Schule

1. Gold

Mikhail Dudko

Gymnasium Lerbermatt (BE)

2. Gold

Pranavendra Tammireddy

Gymnase de Burier (VD)

3. Gold

David Reichmuth

Kantonsschule Alpenquai (LU)

4. Silber

Leonhard Mayer

Liechtensteinisches Gymnasium (FL)

5. Bronze

Seraina Maag

Kantonsschule Wettingen (AG)

alphabetisch

Aaron Braganza

Cycle d'orientation de Budé (GE)

"

Naren Shankar

Ecole Rudolf Steiner (GE)

"

Théo Djordjevic

Cycle d'orientation de Budé (GE)

Bilder

Zur freien Verwendung mit Quellenangabe (Astronomie-Olympiade). Download am Ende des Beitrags via Button. Weitere Bilder auf Anfrage.

Kontakt

Lara Gafner

Verantwortliche Marketing und Kommunikation

Wissenschafts-Olympiade
Universität Bern

Hochschulstrasse 6

3012 Bern

+41 31 684 35 26

l.gafner@olympiad.ch

Further articles

Mathematics

Schweizer Mathematiknachwuchs misst sich in Slowenien

Vom 23. bis 29. August fand im slowenischen Celje die 20. Mitteleuropäische Mathematik-Olympiade (MEMO) statt. 60 Jugendliche aus 10 Ländern lösten mathematische Rätsel - gemeinsam und im Team. Zwei Schweizer wurden mit Medaillen ausgezeichnet, der Rest des Teams erhielt Ehrenmeldungen.

Geography

Schweizer Geographie-Olympioniken holen Bronze am Bosporus

Vom 11. - 17. August führte die Internationale Geographie-Olympiade 184 Jugendliche aus 50 Ländern nach Istanbul. Wer bei diesem Wettbewerb gut abschneiden will, muss nicht etwa Hauptstädte auswendig lernen. Stattdessen handelten die Prüfungsfragen vom Klimawandel, Ki-Rechenzentren oder der Odyssee.

Informatics

Neuer Medaillenrekord für Schweizer Informatik-Talente in Usbekistan

An der Internationalen Informatik-Olympiade (IOI) hat die Schweizer Delegation mit vier Medaillen ihr bisher bestes Resultat erreicht. Der Wettbewerb fand vom 9. bis 16. August in Taschkent statt und versammelte 375 Jugendliche aus 92 Ländern.

Mathematics

Doppelgold in China: Schweizer Mathematik-Talente übertreffen alle Erwartungen

Vom 9. bis 21. Juli versammelte die Internationale Mathematik-Olympiade über 600 junge Mathegenies in Shanghai. Zwei Genfer gewannen Gold, ein Urner und eine Urnerin Bronze, zwei weitere Jugendliche aus Genf und Freiburg erhielten Ehrenmeldungen. Was steckt hinter dem erstaunlichen Erfolg?

Economics

Schweizer Schüler gewinnen erstmals Gold bei der Internationalen Wirtschafts-Olympiade

Das fünfköpfige Schweizer Team bei der 9. Internationalen Wirtschafts-Olympiade (12.-20. Juli in Shenzhen, China) hat einen neuen Rekord gesetzt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs gewannen Schweizer Jugendliche Goldmedaillen – und zwar nicht nur eine, sondern gleich zwei.

Chemistry

Vierfache Bronze für Schweizer an der Internationalen Chemie-Olympiade in Usbekistan

1987 nahmen erstmals vier Schweizer an der Internationalen Chemie-Olympiade teil - die erste Schweizer Teilnahme an einer Wissenschafts-Olympiade. Dieses Jahr (10.-19. Juli in Taschkent) bringen erstmals alle vier Delegationsmitglieder eine Medaille mit nach Hause.