Vom 6. bis 12. April fand an der Universität Bern das Finale der Biologie-Olympiade statt. 23 Jugendliche analysierten menschliche DNA, suchten nach Antioxidantien im Basilikum und sezierten Schweineaugen und Krabben. Die Top 4, die mit Gold ausgezeichnet wurden, bestreiten im Juli die internationale Runde in Litauen:
Gold (von links nach rechts): Lukas Müller, Benjamin Meyer, Alea Ducret, Arthur Petrov.
Silber (von links nach rechts): Yoan Élie El-Hayek, Zuzanna Scislowicz, Leonora Füllemann. Nicht abgebildet: Martina Quack.
Bronze (von links nach rechts): Yves Staehli, Lok Kai Lukas Tsoi, Liv-Marit Hansen. Nicht abgebildet: Xaver Flückiger.
Für Liechtenstein: Karolina Kiss und Nevio Zogg.
Markus Seeger von der UZH hielt an der Abschlusszeremonie einen Vortrag über Antibiotikaresistenzen und gab Einblicke in eine wissenschaftliche Laufbahn.
Hier entsteht keine Pesto. Die Jugendlichen suchen im Basilikum nach Antioxidantien.
Sektion einer Krabbe.
Bioinformatik war für alle neu.
“Es sind vor allem die Leute, die mir in Erinnerung bleiben werden”, sagt Bronze-Gewinnerin Liv-Marit.
Lukas Müller, Gymnasium Liestal (BL)
Benjamin Meyer, Alte Kantonsschule Aarau (AG)
Alea Ducret, Gymnasium Muttenz (BL)
Arthur Petrov, Realgymnasium Rämibühl (ZH)
Alle vier haben dieses Jahr nicht zum ersten Mal an der Biologie-Olympiade teilgenommen. Für Lukas Müller, der schon letztes Jahr Gold gewann, wird es sogar die zweite Teilnahme an der Internationalen Biologie-Olympiade (IBO). Auch für das Fürstentum Liechtenstein haben sich zwei Teilnehmende für die IBO qualifiziert:
Nevio Zogg, Liechtensteinisches Gymnasium (FL)
Karolina Kiss, Liechtensteinisches Gymnasium (FL)
Ausserdem wurden je vier Silber- und Bronzemedaillen verliehen (siehe Rangliste).
Teilnahme dank engagierten Lehrpersonen
Der erste Schritt zum Finale ist die erste Runde der Biologie-Olympiade im Herbst. Die meisten Teilnehmenden wurden von ihren Lehrpersonen zur Teilnahme motiviert, weil sie durch gute Leistungen im Fach auffielen. “In der Schule ist sie die Ansprechperson für Biologiefragen”, erzählt die Freundin der Silber-Gewinnerin Leonora. Andere nehmen mit der ganzen Klasse teil: “Eines Morgens wurden wir ins kalte Wasser geworfen und es hiess: Wir machen jetzt die erste Runde”, erzählt Benjamin Meyer von der Alten Kanti Aarau, die mehrmals für ihre rege Teilnahme an Wissenschafts-Olympiaden ausgezeichnet wurde (mehr dazu im Interview u.a. mit Benjamin). Arthur hat die Biologie-Olympiade selbst entdeckt, ist seinem Lehrer aber dankbar, dass er sich Zeit genommen hat, die erste Runde mit ihm durchzuführen.
Genetische Spurensuche
Um das Können der Teilnehmenden zu prüfen, dachten sich die Freiwilligen der Biologie-Olympiade Aufgaben zu vielseitigen Themen aus, von Pflanzensystematik bis Histologie. Für eine Aufgabe erfanden sie die Geschichte einer Gastwirtin, die eine einflussreiche Familie von sich überzeugen will. Um das Essen optimal an deren Geschmack anzupassen, will sie wissen, welche Bitterstoffrezeptoren die Familienmitglieder haben. Zu diesem Zweck mussten die Teilnehmenden DNA-Proben analysieren, die allerdings nicht von einer Familie, sondern von den Freiwilligen der Biologie-Olympiade stammten. “Der Twist war, dass sie herausfinden konnten, dass diese Personen genetisch gar nicht verwandt sind”, erklärt der Freiwillige Lorenz Widmer.
Wo Bindungen entstehen
“In den Laborpraktika habe ich viele Methoden gelernt, die man in der Schule nicht macht”, sagt Nevio. Noch lieber als im Labor beobachtet er aber Pflanzen draussen in der Natur. Alea, Arthur und Benjamin brennen eher für die Molekularbiologie. Alles mit Genen, Bakterien oder Organoiden (aus Stammzellen gezüchtete Mini-Organe) findet Alea besonders spannend. Ihr und Arthur gefiel das Praktikum zu “Protein Engineering” am besten. “Proteine bestehen aus Aminosäuren und habe eine Funktion, für die sie einen Gegenspieler binden, wie bei einem Puzzle. Man versucht, für das Puzzleteilchen, das man schon hat, den passenden Gegenspieler zu bauen “, erklärt Arthur. Neben der Arbeit im Labor war für ihn auch der freie Tag im Botanischen Garten ein Highlight der Woche. Er freue sich darauf, an der IBO Leute aus aller Welt zu treffen, die sein Interesse an Biologie teilen.
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Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.
Am 1. Mai fand an der Universität Bern das Finale der Schweizer Wirtschafts-Olympiade statt. Zwölf Jugendliche schlüpften für einen Tag in die Rolle von Unternehmensberatern und Wirtschaftswissenschaftlerinnen. Fünf von ihnen wurden mit Goldmedaillen ausgezeichnet.