Schweizer Mathegenies auf dem Siegerpodest – und auf der Düne
Letzte Woche durfte die Schweiz ihren mathematischen Nachwuchs feiern: Vom 9.-15. April traten vier Schweizerinnen an der European Girls’ Mathematical Olympiad in Frankreich an und gewannen dort Gold und Bronze. Am Samstag, 18. April, fand in Zürich die Medaillenzeremonie der Schweizer Mathematik-Olympiade statt, bei der die besten Mathetalente des Landes gewürdigt wurden.
Fast 1800 Jugendliche aus der ganzen Schweiz nahmen letzten Herbst an der ersten Runde der Mathematik-Olympiade teil. Als vom 7.-15. März das Finallager in Aarau stattfand, waren noch 27 Teilnehmende im Rennen. (Quelle: Schweizer Mathematik-Olympiade)
Yuhua Jason Su, Eric Lüscher und Jovian Soejono (von links nach rechts) gewannen Silber am nationalen Finale. (Quelle: Schweizer Mathematik-Olympiade)
Myriam Faltin und Vladyslav Babiy gewannen Bronze am nationalen Finale. (Quelle: Schweizer Mathematik-Olympiade)
Linus VandeVondele (links) und Emil Spiess gewannen Bronze am nationalen Finale. (Quelle: Schweizer Mathematik-Olympiade)
Lucas Fillet (links) und Ivan Borysiuk gewannen Bronze am nationalen Finale. (Quelle: Schweizer Mathematik-Olympiade)
Medaillen an der ETH Zürich
Fast 1800 Jugendliche aus der ganzen Schweiz nahmen letzten Herbst an der ersten Runde der Mathematik-Olympiade teil. Als vom 7.-15. März das Finallager in Aarau stattfand, waren noch 27 Teilnehmende im Rennen. Eine Woche lang lernten sie Zahlentheorie, Geometrie, Algebra und Kombinatorik, schreiben Prüfungen und spielten Spiele bis spät in die Nacht. Am vergangenen Samstag war es dann soweit: Wer bei den Prüfungen besonders gut abgeschnitten hatte, durfte sich bei der Medaillenzeremonie feiern lassen. Gold ging an Andrej Ševera (Collège Voltaire, GE) und Svenja Felber (Kantonsschule Trogen, AR). Ausserdem wurden vier Silber- und sechs Bronzemedaillen verliehen (siehe Rangliste national).
“An der Olympiade gefällt mir, dass die Aufgaben wie ein Puzzle sind, das man lösen muss”, findet Svenja Felber. “Man muss verschiedene Ideen ausprobieren und Muster beobachten”. Neben der intellektuellen Herausforderung ist es auch der Austausch mit Gleichgesinnten, den Teilnehmende am Wettbewerb schätzen: ”Die Olympiade ist eine Gelegenheit, Menschen zu treffen, die so sind, wie ich. Das ist ziemlich selten, denn Mathematik ist keine sehr übliche Leidenschaft”, so Silbergewinner Jovian Soejono.
Schweizerin gewinnt Gold in Bordeaux
Vier Finalistinnen der Schweizer Mathematik-Olympiade wurden eingeladen, die Schweiz vom 9.-15. April an der European Girls’ Mathematical Olympiad (EGMO) zu vertreten: Hongjia Meng (Kantonale Mittelschule Uri, UR) gewann Gold, Svenja Felber (Kantonsschule Trogen, AR) Bronze und Myriam Faltin (Collège André-Chavanne, GE) eine Ehrenmeldung. Die drei wiederholten damit ihre Leistungen vom Vorjahr. Für Xiaomei Emily Xu (Kantonsschule Zimmerberg, ZH) war es die erste Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb.
Die EGMO versammelt rund 260 junge Frauen aus 67 Ländern mit dem Ziel, weibliche Talente in der Mathematik zu fördern. Die zwei viereinhalbstündigen Prüfungen seien dieses Jahr sehr schwer gewesen und sie sei stolz darauf, wie sich die Schweizerinnen geschlagen haben, meint Delegationsleiterin Lena Libort. “Die Prüfungsaufgaben waren echt cool und regten zu schlauen Ideen und Einsichten an”, findet Goldgewinnerin Hongjia Meng.
Neben den Prüfungen konnten die Teilnehmerinnen an der Küste die Dune du Pilat erklimmen und das malerische Saint-Émilion inmitten der Bordelaiser Weinberge besuchen. “Wir besuchten eine unterirdische Kapelle mit uralten Wandmalereien und genossen die ländliche Landschaft und den kulturellen Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen”, erzählt Xiaomei Emily Xu.
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Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.
Am 1. Mai fand an der Universität Bern das Finale der Schweizer Wirtschafts-Olympiade statt. Zwölf Jugendliche schlüpften für einen Tag in die Rolle von Unternehmensberatern und Wirtschaftswissenschaftlerinnen. Fünf von ihnen wurden mit Goldmedaillen ausgezeichnet.