31.07.2018

Zwei internationale Auszeichnungen für Schweizer Nachwuchswissenschaftler

Neun Schweizer Mittelschülerinnen und Mittelschüler reisten in ihren Sommerferien nach Lissabon, Prag und Bratislava. Dort erwarteten sie: Nachwuchswissenschaftler aus über 70 Ländern und anspruchsvolle Prüfungen. Die Schweizer Teams gewannen Bronze an der internationalen Chemie-Olympiade (Prag/Bratislava, 19.-29. Juli 2018). In Portugal holten sie eine Ehrenmeldung an der Physik-Olympiade (21.-29. Juli 2018).

[Translate to Italian:] Das Schweizer Physik-Team: Arthur Jaques, Tobias Hächler, Hiro Josep Farré Kaga, Tim Mosimann und Ciril Humbel. Bild: Lionel Philippoz (Download siehe unten)

[Translate to Italian:] Die Schweizer Chemie-Talente (vorne) mit ihren Begleitern: Fabian Hollinger, Carole Zermatten, Chantal Balmer und Lennart Horn (v.l.n.r.). Bild: Karin Birbaum (Download siehe unten)

[Translate to Italian:] Lennart Horn von der Kanti Solothurn gewinnt Bronze an der Chemie-Olympiade in Prag/Bratislava. Bild: Karin Birbaum (Download siehe unten)

[Translate to Italian:] Der Baselbieter Tobias Hächler gewinnt eine Honorable Mention, eine Art vierte Medaille. Bild: Lionel Philippoz (Download siehe unten)

[Translate to Italian:] Bronzemedaillengewinner Lennart Horn in Aktion. Bild: International Chemistry Olympiad 2018 (Download siehe unten)

[Translate to Italian:] Bei der Eröffnungsfeier der Physik-Olympiade stellten sich die Teams aus 90 Ländern vor. Bild: Lionel Philippoz (Download siehe unten)

Andere machen Ferien. Sie aber denken scharf nach, tüfteln und lösen Aufgaben zu Forschungsthemen der Physik und Chemie. Der Lohn: Neue Freunde aus der ganzen Welt, Ferien im Gastland – und natürlich Medaillen. Die Schweizer Teams gewannen zwei Auszeichnungen:

  • Bronze (Chemie): Lennart Horn, Kantonsschule Solothurn, SO
  • Honorable Mention (Physik): Tobias Hächler, Gymnasium Oberwil, BL

Der Baselbieter Tobias Hächler freut sich über die Anerkennung: "Die Prüfungen waren spannend, doch die Zeit sehr knapp." Noch wichtiger als das Resultat sei für ihn aber das Erlebnis: "Wir lernten Jugendliche aus der ganzen Welt kennen und entdeckten das Gastland Portugal. Das war toll!" Auch der Solothurner Lennart Horn ist zufrieden mit seiner Leistung. Es sei eine schöne Erfahrung, junge Menschen zu treffen, die Moleküle, Atome und Stoffreaktionen ebenso spannend fänden. "Viele werden Chemie studieren, ich sehe wohl einige an der Uni oder später bei der Arbeit wieder."
 

Wissenschaftliche Herausforderung, internationaler Austausch

An der Physik-Olympiade in Portugal nahmen vom 21.-29. Juli 2018 die besten 400 Nachwuchstalente aus 90 Ländern teil. Gleichzeitig kämpften 300 junge Talente aus über 70 Ländern vom 19.-29. Juli 2018 um Medaillen an der Chemie-Olympiade, die von der Slowakei und der Tschechischen Republik zusammen organisiert wurde.
Nebst Lennart und Tobias hatten sich sieben weitere Schweizer Mittelschülerinnen und Mittelschüler für die Wettbewerbe qualifiziert. Dies bei den nationalen Finals, die im Frühling an der ETH Zürich und der Neuen Kantonsschule Aarau stattfanden:

 

Chemie:

  • Chantal Balmer, Kantonsschule Solothurn, SO
  • Fabian Hollinger, Kantonsschule Alpenquai, LU
  • Carole Zermatten, Lycée-Collège des Creusets, VS

 

Physik:

  • Arthur Jacques, Liceo cantonale di Lugano 2, TI
  • Ciril Humbel, Alte Kantonsschule Aarau, AG
  • Tim Mosimann, Gymnasium Biel-Seeland, BE
  • Hiro Josep Farré Kaga, Institut le Rosey, VD

2018 haben 660 Schweizer Jugendliche (Physik), resp. 240 Jugendliche (Chemie) beim nationalen Wettbewerb mitgemacht. 
 

Die Prüfungen: Tumorwachstum modellieren, nachhaltige Energiequellen finden

Die jungen Physikerinnen und Physiker lösten an den beiden Prüfungstagen drei Theorieaufgaben und zwei Experimente. Sie untersuchten beispielsweise die Elastizität eines Polymerfadens, analysierten das Signal einer Gravitationswelle oder modellierten das Wachstum eines Tumors. Lionel Philippoz, Astrophysiker und Begleiter des Schweizer Teams betont: "Die Aufgaben stammen aus der aktuellen Forschung. Die Mittelschüler übten, wie eine Forscherin oder ein Forscher zu denken. Davon werden sie in Zukunft profitieren."

Die Chemietalente absolvierten zwei Prüfungstage, einen davon im Labor. Insgesamt lösten die Mittelschüler 11 Aufgaben. Sie untersuchten zum Beispiel die Zersetzung von Proteinen, die helfen, menschliche Überreste zu datieren. Oder sie berechneten, wieviel Energie entsteht, wenn man Wasserstoff und Sauerstoff mischt – und wie man diese Reaktion als alternative Energiequelle nutzen könnte.  

 

Vor 31 Jahren reiste das erste Schweizer Team an eine internationale Wissenschafts-Olympiade. Maurice Cosandey, Gründer der Schweizer Chemie-Olympiade, erinnert sich noch genau.


Die Olympiaden werden 50 Jahre alt: keine Midlifecrisis in Sicht

Die Internationale Chemie-Olympiade feiert in Prag und Bratislava ihren 50. Geburtstag, in einem Jahr wird auch die Physik-Olympiade 50. Entstanden mitten im Kalten Krieg, bleiben die Olympiaden bis heute ein Format, das talentierte Schülerinnen und Schüler aus aller Welt erfolgreich fördert.

Seit 30 Jahren motivieren die Olympiaden auch den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Schweiz. Inzwischen organisieren acht Vereine Workshops, Lager und Wettbewerbe für jährlich über 3'000 Talente in Wissenschaft und Technik. Die Organisatoren sind hauptsächlich begeisterte junge Forschende, die freiwillig viele Stunden investieren.

 

Bilder

Sliderbilder zur freien Verwendung mit Quellenangabe (siehe Bildlegende). Download am Ende des Artikels. 

 

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