{"news":[{"uid":5003,"title":"Leonard Cardenas, Olympiaden-Teilnehmer in Kuba und der Schweiz","teasertext":"Manchmal nehmen Jugendliche nicht an mehreren Wissenschafts-Olympiaden teil, sondern an derselben Olympiade in verschiedenen L\u00e4ndern! Leonard gewann eine Goldmedaille bei der Mathematik-Olympiade in Kuba. Nach seinem Umzug nach Genf nahm er 2024-2025 an der Schweizer Mathematik-Olympiade teil.","short":"Manchmal nehmen Jugendliche nicht an mehreren Wissenschafts-Olympiaden teil, sondern an derselben Olympiade in verschiedenen L\u00e4ndern! Leonard gewann eine Goldmedaille bei der Mathematik-Olympiade in Kuba. Nach seinem Umzug nach Genf nahm er 2024-2025 an der Schweizer Mathematik-Olympiade teil.","body":"
Ich hatte mich f\u00fcr die Teilnahme an den Olympiaden entschieden, weil sie viele Vorteile bietet und viele andere auch teilnehmen. Das Bildungsministerium befreit die Teilnehmenden von der halbj\u00e4hrlichen Mathematikpr\u00fcfung. Wenn man sich f\u00fcr die internationalen Olympiaden qualifiziert, muss man keine Aufnahmepr\u00fcfungen f\u00fcr ein Studium in dem betreffenden Fach an der Universit\u00e4t ablegen. Ich denke, wenn das hier auch so w\u00e4re, w\u00fcrden mehr Jugendliche teilnehmen.
Als ich zum ersten Mal in der 11.Klasse teilgenommen habe, lief es gut. Ich glaube, dass ich mich dank der umfangreichen Vorbereitungszeit, die uns die Schule gew\u00e4hrt hat, ganz in die Welt der Mathematik vertiefen konnte. Ohne diese Vorbereitungszeit h\u00e4tte ich die erste Runde wahrscheinlich nicht bestanden und es wahrscheinlich nicht noch einmal versucht. Wir hatten schulfrei, um uns auf die Mathematik zu konzentrieren, das war auch bei den anderen Olympiaden so. <\/p>\r\n
Die Lehrpersonen hatten selten Zeit f\u00fcr den Unterricht, da es an der Schule, die ich besuchte, nicht gen\u00fcgend Personal gab. Man muss auch sagen, dass sich die Mathematik im Wettbewerb stark von der Mathematik im Schulunterricht unterscheidet. Man muss anders denken, und eine Lehrperson muss viel Erfahrung haben, um sich schnell darin zurechtzufinden. Ja, die Erfahrung mit Olympiaden spielt eine grosse Rolle. Die Pr\u00fcfungen werden von Universit\u00e4tsprofessoren aus jeder Provinz korrigiert.<\/p>\r\n
Ich habe bis zur Auswahl der nationalen Delegation teilgenommen und war Vierter in der Rangliste. Das Budget deckte jedoch nur die Reisekosten f\u00fcr zwei Teilnehmende und eine Begleitperson zur Internationalen Mathematik-Olympiade (IMO), daher bin ich nicht hingefahren.<\/p>\r\n
Nein, das Bildungsministerium will alle Kosten \u00fcbernehmen, selbst wenn ich das vorgeschlagen h\u00e4tte, w\u00e4re es nicht akzeptiert worden. Es ist ein kommunistisches Land.<\/p>\r\n
In Kuba nehmen die Goldmedaillengewinnerinnen und -gewinner an allen internationalen Wettbewerben teil, egal ob es sich um Haupt- oder Nebenwettbewerbe wie regionale Olympiaden handelt. Ich weiss, dass dies auch in anderen L\u00e4ndern so ist, aber nicht in der Schweiz. <\/p>\r\n
Nein, als ich f\u00fcr die kubanische Delegation ausgew\u00e4hlt wurde, hatte ich das Gef\u00fchl, dass mir viel Wissen fehlte, und ich begann zu zweifeln. Ich bin umgezogen und habe eine Weile gebraucht, um mich zurechtzufinden, was meine Zweifel an meinen F\u00e4higkeiten noch verst\u00e4rkt hat. Wenn man an einem Wettbewerb teilnimmt, muss man im Allgemeinen am Ball bleiben und regelm\u00e4ssig weiterlernen, sonst f\u00e4llt es schwer, sich auch nur nach einem Monat wieder hineinzufinden. Gl\u00fccklicherweise ist es einfacher, wenn man Erfahrung hat.<\/p>\r\n
Ich wusste, dass es in vielen L\u00e4ndern Mathematik-Olympiaden gibt, und als ich ausgewandert bin, hatte ich diesen Wettbewerb im Kopf. Ich habe die Schweizer Olympiade leicht im Internet gefunden. Ich habe die Sekundarschule auf Franz\u00f6sisch begonnen, was viel Aufwand erfordert, also habe ich ein Jahr gewartet. Ich habe die Stufe gewechselt und bin nun auf einer neuen Schule.<\/p>\r\n
Ich \u00fcbe Mathematik online. Bevor ich mich f\u00fcr die Olympiade angemeldet habe, habe ich meinen Vater und meine Mathematiklehrerin um Rat gefragt. Er hat angerufen, um sich zu informieren, und meine Lehrerin hat mir Informationen gegeben. Sie hat mir auch den Flyer der Mathematik-Olympiade gegeben.<\/p>\r\n
Nein. Ich hatte \u00fcberlegt, mich f\u00fcr die Physik-Olympiade anzumelden, aber die Themen des internationalen Wettbewerbs interessieren mich nicht, ich bevorzuge alltagsnahere Physik.<\/p>\r\n
Der Unterschied ist deutlich zu sp\u00fcren. In Kuba steigt das Niveau von Runde zu Runde allm\u00e4hlich an. Die Schwelle vom Mathematikunterricht in der Schule zur ersten Runde ist niedrig. In der Schweiz fand ich, dass der Unterschied zwischen dem Mathematikunterricht in der Schule und der der ersten Runde gr\u00f6sser war als zwischen den folgenden Runden. In Kuba sind die Unterschiede zwischen den Runden daf\u00fcr ausgepr\u00e4gter.<\/p>\r\n
Ich habe Unterschiede bei den Algebra-Aufgaben festgestellt. Die Geometrie-Aufgaben sind hingegen fast identisch. Bei der Vorbereitung auf die internationalen Olympiaden ist das Niveau \u00e4hnlich. <\/p>\r\n
Es war sehr sch\u00f6n. Vor der Auswahl f\u00fcr die internationalen Olympiaden treffen sich die Teilnehmenden aller Olympiaden und die Lehrkr\u00e4fte drei oder vier Monate vor der Veranstaltung, um zu lernen. Zwei Monate vorher ist es dann wie in einem Camp: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer treffen sich in einer leeren Schule und die Lehrkr\u00e4fte kommen, um uns zu unterrichten. Wir sind vom Schulunterricht befreit, m\u00fcssen aber trotzdem sicherstellen, dass wir das Schuljahr bestehen. Wenn man das, was man lernt, mag, ist es wirklich toll, man ist von Freunden umgeben. Die Olympiaden bilden eine Gruppe, das ist super. Da wir den ganzen Tag lernen und zwei Monate Zeit haben, uns vorzubereiten, denken wir abends an andere Dinge, au\u00dfer diejenigen, die im R\u00fcckstand sind. In Kuba sind die Menschen freundlich und es ist leicht, Freundschaften zu schlie\u00dfen. <\/p>\r\n
Sie bereiten sich gleichzeitig vor. Wer zum Beispiel gut in Informatik ist, ist in der Regel auch gut in Mathematik. Ich habe hier ein M\u00e4dchen kennengelernt, das das gemacht hat.
Ich war \u00fcberrascht zu erfahren, dass Teilnehmende in Mathematik auch an der Philosophie-Olympiade teilnahmen, da ich dachte, dass dies unvereinbare Disziplinen sind.<\/p>\r\n
Ich habe den Eindruck, dass der Kontakt hier schwieriger ist. Hier war ich nicht wie in Kuba von Freunden umgeben. Ich sp\u00fcrte eine Distanz zu den anderen. Ich habe diese Erfahrung eher als Herausforderung denn als Vergn\u00fcgen empfunden. Ich f\u00fchle mich noch nicht wohl mit Franz\u00f6sisch oder Englisch, deshalb halte ich mich zur\u00fcck.
Ein Freiwilliger, der Spanisch sprach, hat mir sehr geholfen, indem er die \u00dcbungen in meine Sprache \u00fcbersetzt hat. Ich bin ihm sehr dankbar daf\u00fcr. <\/p>\r\n
Mein Traum w\u00e4re es, Mathelehrer zu werden und Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf internationale Wettbewerbe vorzubereiten. Die Mathematik bei den Olympiaden ist sch\u00f6n, weil sie kreativ ist. Ich denke, ich werde erstmal Ingenieurwissenschaften studieren, da ich aus einer Familie von Ingenieuren stamme und schon immer damit zu tun hatte.<\/p>\r\n
Meiner Meinung nach machen Menschen anf\u00e4nglich eher mit, wenn sie einen Vorteil f\u00fcr sich darin sehen. Wenn dir das Fach dann gef\u00e4llt, ist es die Freude daran, die dich weitermachen l\u00e4sst, nicht der anf\u00e4ngliche Vorteil. F\u00fcr diejenigen, die Wissenschaft lieben, gibt es kein Zur\u00fcck.<\/p>\r\n\r\n
Interview:<\/strong> Leonard Martin Cardenas Guilbert. Redaktion:<\/strong> Charlotte Vidal<\/p>","datetime":1773127740,"datetimeend":0,"newstype":1,"newstypetext":null,"links":"","subjects":["Amici","Menschen"],"image":["https:\/\/science.olympiad.ch\/fileadmin\/_processed_\/b\/9\/csm_Leonard_Cardenas__2__dedc92cde0.jpg"],"link":"https:\/\/mathematical.olympiad.ch\/it\/notizie\/news\/leonard-cardenas-olympiaden-teilnehmer-in-kuba-und-der-schweiz","category":[{"uid":10,"title":"Matematica"},{"uid":4,"title":"Associazione"},{"uid":5,"title":"Startseite"}]},{"uid":5000,"title":"Edelmetall f\u00fcr Experimente und Berechnungen","teasertext":"Am 7. und 8. M\u00e4rz fand an der Alten Kantonsschule Aarau das Finale der Schweizer Physik-Olympiade statt. 27 Jugendliche zeigten ihr theoretisches und praktisches Wissen. \r\nF\u00fcnf von ihnen wurden mit Goldmedaillen ausgezeichnet.","short":"Am 7. und 8. M\u00e4rz fand an der Alten Kantonsschule Aarau das Finale der Schweizer Physik-Olympiade statt. 27 Jugendliche zeigten ihr theoretisches und praktisches Wissen. \r\nF\u00fcnf von ihnen wurden mit Goldmedaillen ausgezeichnet:","body":" Die Gewinner des ersten und zweiten Platzes, Leon Zimmermann und Levin Glatz, erhalten einen Nachwuchsf\u00f6rderpreis der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft. Ausserdem wurden Silber- und Bronzemedaillen sowie Pl\u00e4tze an internationalen Wettbewerben verliehen (siehe Rangliste).<\/p>\r\n Wer am nationalen Finale der Physik-Olympiade teilnimmt, l\u00f6st an einem Tag fast 7 Stunden knifflige Pr\u00fcfungen. Das klingt anstrengend - doch auch das gem\u00fctliche Beisammensein nach getaner Arbeit geh\u00f6rt zur Erfahrung. \u201cIch finde es l\u00e4ssig, dass sich bei der Physik-Olympiade Leute mit gleichen Interessen finden und sich einfach verstehen, dieser Umgang miteinander ist cool\u201d, so Nina Fernandez. Die Physiklehrerin hat das Finale an der Alten Kanti Aarau mitorganisiert. Der Rektor der Alten Kanti unterst\u00fctze die Olympiaden in Physik und anderen F\u00e4chern und mache es daher auch m\u00f6glich, dass sie am Wochenende das Schulhaus f\u00fcr so einen Anlass nutzen k\u00f6nne. <\/p>\r\n Die Preisverleihung fand am Sonntag in der Alten Kantonsschule Aarau statt, mit einem Vortrag von Dr. Simona Procacci (Universit\u00e4t Genf) \u00fcber die Frage, was die maximale Temperatur im Universum ist. Ein gutes Resultat habe er erwartet, da er bereits zum dritten Mal teilnehme, so der Erstplatzierte Leon. Doch mit dem ersten Platz habe er dann doch nicht gerechnet. Der Physiklaborant arbeitet seit dem Sommer Vollzeit. Das sieht er als Vorteil, weil er so Einblicke in die Praxis bekommen habe. Eric L\u00fcscher, der Drittplatzierte, ist direkt vom Finale der Philosophie-Olympiade angereist, wo er ebenfalls Gold gewonnen hat. \u201cIch bin extrem \u00fcberrascht, dass ich in Physik und Philosophie Gold gewonnen habe, obwohl ich nicht gelernt habe. F\u00fcr Mathematik habe ich tausende Stunden gelernt, aber noch nie Gold gewonnen. Vielleicht dieses Jahr!\u201d<\/p>\r\n Der Lehrer der Silber-Gewinnerin Anna Ineichen erz\u00e4hlt, sie sei von selbst auf ihn zugekommen mit der Idee, an der Physik-OIympiade teilzunehmen. Gute und interessierte Sch\u00fcler k\u00f6nnen aber auch zur\u00fcckhaltend sein bei der Teilnahme, erkl\u00e4rt der Rektor der Kanti Berom\u00fcnster, Marco St\u00f6ssel, da diese oft mit verpassten Schultagen einhergehe. Auch Lehrpersonen z\u00f6gern manchmal, erkl\u00e4rt Nina Fernandez: \u201cViele Lehrpersonen denken wohl, die Aufgaben seien zu schwierig und das sei f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dann frustrierend - aber eigentlich ist es eine gute Vorbereitung auf das Studium in den Naturwissenschaften, wo man auch mit Problemen konfrontiert wird, die man nicht gleich l\u00f6sen kann.\u201d <\/p>\r\nRangliste<\/span><\/h2>\r\n\r\n