21.07.2025

Medienmitteilung

Informatik-Olympiade für junge Frauen: Genferin gewinnt zweite Schweizer Goldmedaille

Eine europäische Frauenmeisterschaft gibt’s nicht nur im Fussball, sondern auch in der Informatik! Seit sie vor vier Jahren in der Schweiz gegründet wurde, versammelt die European Girls’ Olympiad in Informatics (EGOI) jedes Jahr junge Algorithmen-Athletinnen, zuletzt vom 14.-20. Juli in Deutschland, wo eine Genferin die zweite Schweizer Goldmedaille überhaupt gewann. Ausserdem waren in den letzten Wochen gemischte Schweizer Teams an der Zentraleuropäischen und der Westeuropäischen Informatik-Olympiade am Start. Letztere war ebenfalls von Erfolg gekrönt: Sieben Medaillen, darunter Gold für einen Genfer.

Das Team bei der EGOI in Deutschland. Von links nach rechts: Laetitia Juppin de Fondaumière, Seraina Maag, Zsófia Marossy, Myriam Faltin. (Alle Bilder: Schweizer Informatik-Olympiade)

Myriam Faltin.

Seraina Maag.

Laetitia Juppin de Fondaumière.

Zsófia Marossy.

Myriam Faltin.

Seraina Maag.

Von links nach rechts: Zsófia Marossy, Laetitia Juppin de Fondaumière, Myriam Faltin, Seraina Maag.

Das Team an der WEOI in Italien. Hinten, von links nach rechts: Jovian Soejono, Ursus Wigger, Levin Glatz, Till Fischer. Vorne: Andrej Ševera, Jonathan Braun, Myriam Faltin, Hongjia Meng.

Andrej Ševera bei der Prüfung an der WEOI.

Das Team an der CEOI in Rumänien. Von links nach rechts: Teamleiter Johannes Kapfhammer, Yuhua Su, Zeno Orglmeister, Jonathan Braun, Myriam Faltin, Teamleiter Cheng Zhong.

Exkursion in ein Salzbergwerk während der CEOI.

Das Team für die IOI in Bolivien. Von links nach rechts: Yuhua Su, Andrej Ševera, Jovian Soejono und Linus VandeVondele.

Junge Informatikerinnen unter sich

Die European Girls’ Olympiad in Informatics wurde 2021 von Schweizer Studierenden gegründet, mit dem Ziel, junge Frauen in der Informatik zu fördern. Dieses Jahr fand der Wettbewerb mit etwa 200 Teilnehmerinnen aus über 50 Ländern in Bonn, Deutschland statt. Die 16-jährige Myriam Faltin (Collège André-Chavanne, GE) gewann Gold, was bisher erst einer Schweizerin gelungen ist. Eine Bronzemedaille ging an die 17-jährige Seraina Maag (Kantonsschule Wettingen, AG). Ausserdem am Start waren Laetitia Juppin de Fondaumière (Gymnasium Freudenberg, ZH) und Zsófia Marossy (Kantonsschule Zug, ZG), beide 16. “Das Team ist relativ jung, und für alle ausser Myriam war es die erste Teilnahme”, ordnet die Teamleiterin Priska Steinebrunner ein. 

Von links nach rechts: Zsófia Marossy, Laetitia Juppin de Fondaumière, Myriam Faltin, Seraina Maag.

Zweimal fünf Stunden mussten sie während der Woche in Bonn Lösungen für knifflige Probleme programmieren. “Nach der ersten Prüfung hatte ich nicht das Gefühl, dass ich eine Goldmedaille gewinnen könnte. Nach der zweiten Prüfung zeichnte sich ab, dass ich knapp genug Punkte haben würde, ich war sehr glücklich, als das bestätigt wurde”, erzählt Myriam. Medaillen sind aber nicht alles, da sind sich die Teilnehmerinnen einig. “Das Beste war es, andere Mädchen zu treffen, die sich auch für Information interessieren, sich mit ihnen auszutauschen und Spiele zu spielen”, sagt Zsófia. “An der EGOI herrscht eine tolle Atmosphäre und die Teilnehmerinnen unterstützen sich gegenseitig”, meint Priska Steinebrunner, die selbst einst teilgenommen hat.

Medaillenregen in Italien

Myriam Faltin hatte diesen Sommer viel vor: Unmittelbar vor der EGOI war sie vom 7.-13. Juli auch bei der Central European Olympiad in Informatics in Rumänien am Start, zusammen mit ihren Kollegen Yuhua Su (International School Altdorf, UR), Zeno Orglmeister (Kantonale Mittelschule Uri, UR) und Jonathan Braun (Kantonsschule Zug, ZG). 

Das Team an der CEOI in Rumänien. Von links nach rechts: Teamleiter Johannes Kapfhammer, Yuhua Su, Zeno Orglmeister, Jonathan Braun, Myriam Faltin, Teamleiter Cheng Zhong.

Exkursion in ein Salzbergwerk während der CEOI.

Dort reichte es nicht für eine Auszeichnung, dafür waren die acht Schweizer Teilnehmenden an der Western European Olympiad in Informatics vom 27.-29. Juni umso erfolgreicher: In Volterra, Italien, gewann Myriam Faltin Silber, ebenso Jonathan Braun. Der 16-jährige Andrej Ševera (Collège Voltaire, GE) schaffte es auf den 2. Rang von 67 und gewann eine exzellente Goldmedaille. Vier Bronzemedaillen gingen an Hongjia Meng (Kantonale Mittelschule Uri, UR), Levin Glatz und Till Fischer (beide Kantonsschule Wettingen, AG) und Jovian Soejono (International School of Geneva, GE). Ausserdem am Start war Ursus Wigger (Alte Kantonsschule Aarau, AG).

Das Team an der WEOI in Italien. Hinten, von links nach rechts: Jovian Soejono, Ursus Wigger, Levin Glatz, Till Fischer. Vorne: Andrej Ševera, Jonathan Braun, Myriam Faltin, Hongjia Meng. 

Andrej Ševera bei der Prüfung an der WEOI.

Wer die Schweiz an diesen Wettbewerben vertreten darf, entscheidet sich über die nationalen Ausscheidungen der Schweizer Informatik-Olympiade. Interessierte Jugendliche können im kommenden Schuljahr zwischen dem 15. September und dem 30. November die Programmieraufgaben der ersten Runde lösen.

 

Nächster Halt: Bolivien

Die europäischen Meisterschaften für junge Informatik-Talente sind für diese Saison vorbei, doch das grösste Abenteuer kommt erst noch: Yuhua Su, Andrej Ševera, Jovian Soejono und Linus VandeVondele (MNG Rämibühl, ZH), der nicht an einem der europäischen Wettbewerbe angetreten ist, reisen bald nach Bolivien, um sich an der Internationalen Informatik-Olympiade (27. Juli - 3. August) mit über 300 schlauen Köpfen aus aller Welt zu messen.

Das Team für die IOI in Bolivien. Von links nach rechts: Yuhua Su, Andrej Ševera, Jovian Soejono und Linus VandeVondele.

Bilder

Zur freien Verwendung mit Quellenangabe (Schweizer Informatik-Olympiade). Download am Ende des Beitrags via Button. Einzelporträts und weitere Bilder auf Anfrage oder in den entsprechenden Flickr-Alben der Schweizer Informatik-Olympiade

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft.  Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.

Kontakt

Lara Gafner

Verantwortliche Marketing und Kommunikation

Wissenschafts-Olympiade
Universität Bern

Hochschulstrasse 6

3012 Bern

+41 31 684 35 26

l.gafner@olympiad.ch

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