ECTS-Punkte für Freiwilligenarbeit bei der Wissenschafts-Olympiade
Im Jahr 2025/2026 hat sich die Geschäftsstelle über die Möglichkeit informiert, ehrenamtliche Arbeit bei der Wissenschafts-Olympiade in ECTS-Punkte umzuwandeln. Dafür gab es zwei Gründe: Einerseits sollte den Freiwilligen eine Form der direkten Vergütung ihrer Arbeit ohne Geld angeboten werden. Andererseits sollte die Möglichkeit der Anrechnung von ECTS-Punkten zur Rekrutierung von Freiwilligen genutzt werden.
Freiwillige und Geförderte am OlyDay 2025. Bild: Claudia Christen
Wenn ehrenamtliches Engagement in ECTS-Punkte umgewandelt wird, wird es in den Wahlmodulen angerechnet. Diese werden auch als Freibereich oder freie Leistung bezeichnet und umfassen Lehrveranstaltungen, die frei nach Interesse der Studierenden gewählt werden können. Ob dies möglich ist, hängt von den einzelnen Fakultäten ab. Überprüfe daher, ob dies an deiner Fakultät möglich ist. Zur Information: Das Rektorat stellt die Qualität der erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen sicher und schafft die Rahmenbedingungen für die Vergabe von Credits durch die Fakultäten. Nachfolgend findest du die Angebote der Schweizer Hochschulen, unter Berücksichtigung der Studienorte der Freiwilligen der Wissenschafts-Olympiaden, soweit uns diese bekannt sind:
Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL): Es werden keine Credits vergeben.
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH): Es werden keine ECTS-Credits vergeben. Auf der Plattform myPath findest Du Informationen zu den curricularen und extracurricularen Aktivitäten, die von der ETH Zürich und ihren Partnern angeboten werden. Die validierten Aktivitäten werden im Diplomzusatz aufgeführt. Um eine Aktivität auf myPath anzubieten, müssen eine Organisation eine*n Dozent*in finden, der bestätigt, dass die Aktivität die von der ETH Zürich gewünschten Kompetenzen fördert, und anschliessend die Arbeit der Studierenden bewertet. Weitere Informationen findest du auf der Plattform myPath.
Universität Zürich (UZH): Es werden keine Credits vergeben.Die School of Transdisciplinary Studies (STS) vergibt ECTS-Punkte für transdisziplinäre Wahlmodule. ermöglicht es, Theorie und Praxis in einer Grundschule zu verbinden. Das Mentoring findet im Rahmen eines der beiden Programme statt: Future Kids, betreut von AOZ, oder Dream Team von Educa Swiss. Siehe das Vorlesungsverzeichnis des Moduls „Mentoring für die nächste Generation”.
Universität Basel (UniBas): Studierende der Sozialarbeit können ihr Engagement als Mentor*in für Jugendliche ab 13 Jahren mit schulischen Schwierigkeiten anrechnen lassen. Dieses von Benevol Zug koordinierte Engagement dauert etwa acht Monate und umfasst neben den von Benevol Zug organisierten Sitzungen zwei Treffen pro Monat mit den Jugendlichen. Weitere Informationen zum Freiwilligeneinsatz auf Benevol Zug.
Universität Bern (UniBE): Es werden keine Credits vergeben.
Universität Freiburg (Unifr): Es werden keine Credits vergeben.
Universität Lausanne (UNIL): Das ColLaboratoire bietet die Möglichkeit, die Masterarbeit (30 ECTS-Credits) über Probleme zu schreiben, mit denen Organisationen von allgemeinem Interesse, wie beispielsweise Vereine, konfrontiert sind. Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften vergibt 2 ECTS für eine Freiwilligentätigkeit bei Mitgliedern von Benevol Vaud. Die Kriterien sind unter „Expériences créditantes” (anrechenbaren Erfahrungen) auf der Website der HEC UNIL verfügbar.
Universität St. Gallen (HSG): Es werden keine Credits vergeben.
Universität Genf (UNIGE): Es werden keine Credits vergeben (die Information konnte nicht geprüft werden).
Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW): Als Student der Fachhochschule für Sozialarbeit ist es möglich, ein Projekt für einen Verein durchzuführen (30 Credits). Organisationen, die dies wünschen, müssen 2’000 Franken für die Betreuung durch die Institution bezahlen.
Die Geschäftsstelle befasste sich auch mit Mikro-Zertifizierungen, das heisst, mit der Bescheinigung von Kenntnissen und Kompetenzen, die nach Abschluss einer kurzen Lerneinheit erworben wurden. Beispielhaft dafür sind modulare Schulungen, die Validierung von Bildungsleistungen oder die Plattform Coursera sowie „Massive Open Online Course” (MOOCS). Seit 2022 ermutigt die Europäische Kommission die EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Länder, Mikro-Zertifizierungen zu entwickeln, um die formelle und informelle Weiterbildung sowie Fernunterricht in allen Tätigkeitsbereichen zu erleichtern. Swissuniversities definiert die Anwendung innerhalb der Schweizer Hochschulen und die Betriebsbranchen entwickeln ihre Weiterbildungen. Weitere Informationen findest du unter die Artikeln „Ein europäischer Ansatz für Mikro-Zertifizierungen” und „Microcredentials in der Schweiz”.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es derzeit keine Möglichkeit gibt, ECTS-Credits für ehrenamtliches Engagement bei der Wissenschafts-Olympiade zu erwerben. Es gibt jedoch einen Ansatz, den es zu prüfen gilt: die „anrechenbaren Erfahrungen” an der UNIL. Die kontaktierten Hochschulen gaben an, dass bereits interne Diskussionen zu diesem Thema stattgefunden haben, ohne dass weitere Schritte unternommen wurden. Nur einige wenige Pädagogische Hochschulen (z. B. PH Zug und PH Luzern) und einige Studiengänge im Bereich Sozialarbeit und Gesundheitsförderung (z. B. Universität Basel) würdigen Engagements, insbesondere Schulmentoring und Jugendarbeit mit 1-3 ECTS-Credits. Masterarbeiten und Praktika sind Möglichkeiten, ehrenamtliches Engagement mit dem Studium zu verbinden, sofern die Vereinserfahrung in die Ausbildung einfliesst.
Die Hochschulen sind allgemein für die Qualität der Punkte zuständig. Demnach müssten wir an jeder Hochschule eine Zertifizierung unseres Angebotes durchlaufen. Daraus folgt, dass der Aufwand dafür zu gross ist und der Verband sich als Alternative ein eigenes Label ausdenken könnte.