Jugendliche gewinnen Medaillen an Astronomie-Olympiade
Am vergangenen Wochenende fand an der Universität Bern ein Wettbewerb für junge Weltallnerds statt. Die 16 Finalistinnen und Finalisten der Schweizer Astronomie-Olympiade berechneten die Geschwindigkeit von Raumschiffen, schätzten die Energie von Gaswolken und beobachteten den Jupiter durch ein Teleskop. Die Top 5 wurden mit Goldmedaillen ausgezeichnet und werden die Schweiz Ende September an der Internationalen Astronomie-Olympiade in Vietnam vertreten:
Die Astronomie-Olympiade fördert seit 2024 als neustes Mitglied des Dachverbands Wissenschafts-Olympiade den Schweizer Astronomienachwuchs.
Pranavendra Reddy Tammireddy.
Jorge Bertrán de Lis Orozco.
Mikhail Dudko.
Laetitia Orglmeister.
Silber: Lucas Vuescu, Jakob Zajc, Nina Kaussen.
Bronze: Kevin Bourquenoud, Lukas Kaufmann.
Gastvortrag von Alex Korocencev bei der Medaillenzeremonie.
Blicke in den Nachthimmel gab es auch schon vor dem Finale...
...am 21. und 22. März lud die Astronomie-Olympiade zu einem lehrreichen Wochenende bei der Sternwarte AstroVal im Vallée de Joux (VD) ein.
Pranavendra Reddy Tammireddy, Gymnase de Burier (VD)
Jorge Bertrán de Lis Orozco, Kantonsschule Wettingen (AG)
Mikhail Dudko, Gymnasium Lerbermatt (BE)
Laetitia Orglmeister, Kantonale Mittelschule Uri (UR)
Kai Spirk, Kantonsschule Zug (ZG)
Ausserdem wurden drei Silber- und zwei Bronzemedaillen verliehen (siehe Rangliste).
Neuer Wettbewerb
Die Astronomie-Olympiade fördert seit 2024 als neustes Mitglied des Dachverbands Wissenschafts-Olympiade den Schweizer Astronomienachwuchs. Anders als bei Olympiaden in Disziplinen wie Physik oder Mathematik gibt es für Astronomie kein Schulfach. Viele Jugendliche haben daher erst durch ihre Teilnahmen in anderen Disziplinen von der Astronomie-Olympiade erfahren. Lucas Vuescu von der Kantonsschule am Burggraben (SG) erzählt: “Unser Mathelehrer hat mit uns die Mathe-Olympiade gemacht, und auf der Testplattform habe ich gesehen, dass es das auch für Astronomie gibt. Weil ich dieses Thema so liebe, dachte ich: Mach’s einfach, mal schauen, was wird!”
Zwei Tage in Bern
Am Samstag, 18. April, fand die Prüfung des nationalen Finals statt. Die Aufgaben waren bewusst anspruchsvoll. Von den Teilnehmenden wurde nicht erwartet, alles lösen zu können. Am Sonntag, 19. April, erhielten sie vor der Preisverleihung am Nachmittag noch Einsicht in die Prüfung und konnten sich so ein paar letzte Punkte sichern. “Das Finale hat Spass gemacht”, so die Silber-Gewinnerin Nina Kaussen aus Uster (ZH). “Am Samstagabend haben wir gelernt, wie man ein Teleskop aufbaut. Weil es kaum bewölkt war, konnten wir sogar den Jupiter mit seinen Streifen und Monden sehen.” Blicke in den Nachthimmel gab es auch schon vor dem Finale: Am 21. und 22. März lud die Astronomie-Olympiade zu einem lehrreichen Wochenende bei der Sternwarte AstroVal im Vallée de Joux (VD) ein.
Exoplaneten und Edelmetall
“Als kleines Kind hatte ich eine Leidenschaft für Astronomie, später war ich eher an Mathe oder Informatik interessiert. Durch die Olympiade habe ich meinen weg zurück zur Astronomie gefunden”, erzählt der Erstplatzierte Pranavendra Reddy Tammireddy. Er und Mikhail Dudko werden nun zum zweiten Mal an der Internationalen Astronomie-Olympiade teilnehmen - letztes Jahr hatten sie sich schon einmal qualifiziert. Dieses Jahr hoffen sie, eine Medaille nach Hause zu bringen. Auch Silber-Gewinner Lucas, der bis zur Matura noch dreimal teilnehmen kann, hat Ambitionen: “Ich hätte schon das Ziel, mich einmal für die internationale Runde zu qualifizieren. Dieses Jahr war es halt schwierig, sich vorzubereiten, weil ich noch nicht wusste, was in der Prüfung drankommt”, erklärt der 14-Jährige, der sich vor allem für Exoplaneten und mögliches Leben im Universum interessiert. “Mein Mathelehrer hat mir aber bei der Vorbereitung sehr geholfen. Die Silbermedaille ist auch sein Verdienst.”
Zur freien Verwendung mit Quellenangabe (Astronomie-Olympiade). Download am Ende des Beitrags via Button. Einzelporträts und weitere Bilder auf Anfrage.
Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.