04.12.2021

Chancengerechtigkeit

Lets’ talk: Beispiele, wie ihr den Fonds Chancengerechte Bildung nutzen könnt

Deine Olympiade möchte gerne mehr Teilnehmende aus der Romandie gewinnen? Oder mehr junge Frauen fördern? Vielleicht macht ihr euch Gedanken dazu, wie ihr Menschen mit Behinderungen unterstützen könnt?

Inspiration 1: Tschüss Röstigraben

Wenn deine Olympiade noch keine französische Website hat oder einige offizielle Dokumente nur auf Deutsch existieren, kannst du die Kosten für die Übersetzung über den Fonds laufen lassen. Du kannst aber auch einen Schritt weiter gehen, und einen Kurs oder ein Wochenende in der Romandie organisieren.

 

Ein weiteres Beispiel: Die Schweizer Mathematik-Olympiade hat die zweite Ausgabe der französischsprachigen Mathematik-Olympiade organisiert, die ein großer Erfolg war! Mit einer Teilnehmendenanzahl von 22% aus der Romandie ist die Mathe-Olympiade die Einzige, bei der die Westschweizer Jugendlichen nicht untervertreten sind.  Zögere also nicht, Initiativen mit uns zu besprechen, die den Röstigraben überwinden, wir helfen dir gerne bei der Umsetzung.

 

Inspiration 2: Barrieren abbauen für Menschen mit Behinderung

Stell dir vor. Deine Olympiade hat einen Workshop an einem schwer zugänglichen Ort organisiert. Schwierig für eine gehbehinderte Person. Die Organisatoren könnten hier z. B. eine Lösung für den Transport finden und dafür Geld aus dem Fonds erhalten.

 

Eine Person mit Legasthenie bittet dich um eine Lösung für ein andere Prüfungslayout. Deine Olympiade kann eine spezielle Schriftart kaufen und finanzielle Unterstützung beantragen. 

 

Menschen mit einer psychischen Störung benötigen vielleicht ein Privatzimmer für ein Lager oder einen Auslandsaufenthalt. Auch hier können wir auf das Thema eingehen und eine Lösung für den Einzelfall finden. Weitere Informationen und Ideen für konkrete Maßnahmen findest du auf der Internetseite "Für eine inklusivere Olympiade".

 

 

Inspiration 3: Junge Frauen für MINT-Olympiaden gewinnen

Männer sind gut in Naturwissenschaften und Frauen gut in Sprachen. Das ist ein alter Zopf, könnte man meinen. Stimmt nicht ganz: Auch bei den Wissenschafts-Olympiaden entspricht das Geschlechterverhältnis diesen Stereotypen: Bei der Philosophie-Olympiade sind Männer in der Unterzahl (37.4%). Bei der Mathematik-Olympiade sind Frauen ebenso in der Unterzahl (38,7) %, wie bei der Informatik-Olympiade (23,5 %). Wie kann man das ändern? Mehrere Olympiaden haben sich mit diesem Thema befasst. 

 

Bei der Robotik-Olympiade haben die Organisatoren auf einen finanziellen Anreiz gesetzt: Sie haben zusätzliche Robotik-Sets für junge Frauen im Wert von 400 CHF verschenkt. Oft ist an den Schulen nur 1 Set vorhanden. Dies führt dazu, dass nur 1 Team pro Schule an der Olympiade teilnehmen kann und das waren in der Regel Männerteams. Dank des zusätzlichen Sets gelang es der Robotik-Olympiade, die eher zurückhaltenden Mädchen zu motivieren und gleichzeitig die Lehrerinnen und Lehrer zu sensibilisieren. Und die Zahlen sprechen für sich: Seit 2017 ist der Anteil der Frauen in der ersten Runde von 13,5 % auf 32,6 % gestiegen! Vielleicht lässt sich eine solche Maßnahme auch auf deine Olympiade übertragen? 

 

Bei der Physik-Olympiade hat man den Ansatz von geschlechtergetrennten Angeboten verfolgt: Die Olympiade organisierte ein Physik-Wochenende für jungen Frauen. Sie trafen sich mit jungen Physikerinnen und Mentorinnen der ETH und erfuhren mehr über das Physik-Studium und die Berufsmöglichkeiten. 

 

Geschlechtergetrennte Angebote sind besonders in einem Fall wirksam: Nämlich dann, wenn es darum geht, einer Gruppe, die oft in der Minderheit ist, zu helfen, Teamgeist zu entwickeln und sich legitimiert zu fühlen. Wie wäre es mit einer ähnlichen Initiative für junge Männer im Rahmen der Philosophie-Olympiade? Der Ball liegt bei euch!

 

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