11.11.2025

Medienmitteilung

Nachwuchsgeographen gewinnen Tickets in die Türkei

Teenager, die an einem Samstagmorgen früh aufstehen, um freiwillig Prüfungen zu schreiben und ein Bieler Quartier zu kartieren? So etwas gibt’s am nationalen Finale der Geographie-Olympiade, das am 8. November am Gymnasium Biel-Seeland stattfand. Vier Schweizer und zwei Liechtensteiner haben Gold gewonnen. Im Sommer hatten sich die insgesamt 24 Finalist*innen im Schweizerischen Nationalpark eine Woche lang auf den Finaltag vorbereitet.
Im Sommer hatten sich die insgesamt 24 Finalist*innen im Schweizerischen Nationalpark eine Woche lang auf den Finaltag vorbereitet. (Alle Bilder: Geographie-Olympiade)
Sie werden die Schweiz an der Internationalen Geographie-Olympiade 2026 in Istanbul vertreten: Elia Fleischli, Gavriel Harvey, Elias Bont, Janic Zünd (von links nach rechts).
Gavriel Harvey erhält den Preis für die beste Gesamtleistung.

Sie werden ihre Länder an der Internationalen Geographie-Olympiade 2026 in Istanbul vertreten:

Schweiz

  • Elias Bont, Kantonsschule am Burggraben (SG)
  • Elia Fleischli, Kantonsschule Seetal (LU)
  • Gavriel Harvey, Kantonsschule Uetikon am See (ZH)
  • Janic Zünd, Kantonsschule am Burggraben (SG)

Fürstentum Liechtenstein

  • Elias Hohenegger, Liechtensteinisches Gymnasium
  • Serafin Risch, Liechtensteinisches Gymnasium

Gemeinschaft in den Alpen

Rund 2500 Mittelschüler*innen haben im Mai 2025 an der ersten Runde der Schweizer Geographie-Olympiade teilgenommen. Nur die besten 1% wurden eingeladen, am Finale anzutreten. “Als ich mich qualifiziert habe, dachte ich: Das ist eine einmalige Chance! Es hat mir wahnsinnig gut gefallen, ich möchte die Erfahrung auf keinen Fall missen”, erzählt Serafin. Auf das Finale vorbereitet wurden die jungen Talente im August in Zernez. Eine Woche lang nahmen sie an einem Sommerlager im Nationalpark teil, organisiert von der Geoinformationsfirma ESRI. Dort führten sie Feldarbeiten durch, beispielsweise über die Verbreitung von Edelweiss. “Am meisten gefällt mir die Gemeinschaft, die wir im Lager gebildet haben”, findet Bronze-Gewinner Aldo. “Ich habe Leute von Genf bis Vaduz kennengelernt.”

Herausforderung am Bielersee

“Um 5 Uhr morgens aufzustehen war ein bisschen hart, und die vielen Prüfungen waren stressig, aber es war mal etwas anderes”, so der Liechtensteiner Felix über das Finale am vergangenen Samstag. Der Tag begann mit einer 90-minütigen schriftlichen Prüfung, gefolgt von einem halbstündigen Multimedia-Test. Die Inhalte orientieren sich an den fünfzehn Themenfeldern der Internationalen Geographie-Olympiade, von Landschaftsformen über Tourismus bis hin zu Kartographie. Danach ging’s für die Feldarbeit an die frische Luft: Die Finalist*innen mussten das Quartier Gurzelen in Biel im Hinblick auf ein Bauprojekt kartieren. “Wir haben eine Karte der neuen Gebäude erstellt, die sozioökonomischen Folgen beschrieben, sowie eine neue Nutzung für das Fussballstadion entworfen”, erklärt der Erstplatzierte Gavriel.

Begegnungen am Bosporus

Nach drei Prüfungen und einer Schnitzeljagd stand am Abend fest, wer im Sommer 2026 an die internationale Runde in der Türkei reisen darf. Was sie dort erwartet, haben die Gold-Gewinner im Vorbereitungslager von den Jugendlichen erfahren, die 2025 in Thailand teilgenommen haben. “Sie haben erzählt, dass man dort sehr viele Leute kennenlernt, die ähnlich ticken”, sagt Serafin. “Darauf freue ich mich am meisten, denn neue Kontakte zu knüpfen ist etwas vom Wertvollsten, das es gibt. Die eigene Leistung steht dabei nicht im Vordergrund.”

<iframe src="https://www.youtube.com/embed/0QRr9N8YNDk?si=8PaIno5S91ei-4CE" width="280" height="500" allowfullscreen="true" frameborder="0"></iframe>

Gemeinschaft und neue Kontakte: Aldo aus Aarau und Serafin aus Vaduz erzählen, worum es bei der Geographie-Olympiade für sie eigentlich geht.

Rangliste

Schweiz

Rang

Vorname

Name

Schule

Kanton

Gold

Gavriel

Harvey

Kantonsschule Uetikon am See

ZH

Gold

Elias

Bont

Kantonsschule am Burggraben

SG

Gold

Elia

Fleischli

Kantonsschule Seetal

LU

Gold

Janic

Zünd

Kantonsschule am Burggraben

SG

Silber

Erwan

Baumard

Gymnasium Kirchenfeld

BE

Silber 

Leo

Hörler

Gymnasium Kirchenfeld

BE

Silber

Aaron

Kling

Kantonsschule Heerbrugg

SG

Silber

Kilian

Rössl

Kantonsschule am Burggraben

SG

Silber

Jan

Schmitter

Kollegium St. Fidelis

NW

Silber

Kai

Spirk

Kantonsschule Zug

ZG

Silber

Hugo

Vetter

Stiftsschule Einsiedeln

SZ

Bronze

Yanis

Hartmann

Kantonsschule Seetal

LU

Bronze

John

Kirkman

Collège et École de Commerce André-Chavanne 

GE

Bronze

Ameen

Mohamed

Kantonsschule Uster

ZH

Bronze

Raphael

Gendre

Collège de Gambach

FR

Bronze

Nick

Okraschevski

Kantonsschule Romanshorn

TG

Bronze

Aldo

Rohr

Alte Kantonsschule Aarau

AG

Bronze

Emily

Schoch

Kantonsschule Romanshorn

TG

Bronze

Laurine

Studer

Collège de Gambach

FR

 

Liechtenstein

Rang

Vorname

Name

Schule

Gold

Elias

Hohenegger

Liechtensteinisches Gymnasium

Gold

Serafin

Risch

Liechtensteinisches Gymnasium

Silber

Felix

Büchel

Liechtensteinisches Gymnasium

Silber

Claudio

Hoop

Liechtensteinisches Gymnasium

Silber

Raphael

Schreiber

Liechtensteinisches Gymnasium

 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft.  Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.

Bilder

Zur freien Verwendung mit Quellenangabe (Geographie-Olympiade). Download am Ende des Beitrags via Button. 

Kontakt

Lara Gafner

Verantwortliche Marketing und Kommunikation

Wissenschafts-Olympiade
Universität Bern

Hochschulstrasse 6

3012 Bern

+41 31 684 35 26

l.gafner@olympiad.ch

Weitere Artikel

Mathematik

Schweizer Mathematiknachwuchs misst sich in Slowenien

Vom 23. bis 29. August fand im slowenischen Celje die 20. Mitteleuropäische Mathematik-Olympiade (MEMO) statt. 60 Jugendliche aus 10 Ländern lösten mathematische Rätsel - gemeinsam und im Team. Zwei Schweizer wurden mit Medaillen ausgezeichnet, der Rest des Teams erhielt Ehrenmeldungen.

Geographie

Schweizer Geographie-Olympioniken holen Bronze am Bosporus

Vom 11. - 17. August führte die Internationale Geographie-Olympiade 184 Jugendliche aus 50 Ländern nach Istanbul. Wer bei diesem Wettbewerb gut abschneiden will, muss nicht etwa Hauptstädte auswendig lernen. Stattdessen handelten die Prüfungsfragen vom Klimawandel, Ki-Rechenzentren oder der Odyssee.

Informatik

Neuer Medaillenrekord für Schweizer Informatik-Talente in Usbekistan

An der Internationalen Informatik-Olympiade (IOI) hat die Schweizer Delegation mit vier Medaillen ihr bisher bestes Resultat erreicht. Der Wettbewerb fand vom 9. bis 16. August in Taschkent statt und versammelte 375 Jugendliche aus 92 Ländern.

Linguistik

Preise für Schweizer Sprachwissenschafts-Talente in Rumänien

Vom 26. Juli bis 2. August nahmen acht Schweizerinnen und Schweizer an der Internationalen Linguistik-Olympiade (IOL) in Bukarest teil und gewannen eine Bronzemedaille und zwei Ehrenmeldungen.

Mathematik

Doppelgold in China: Schweizer Mathematik-Talente übertreffen alle Erwartungen

Vom 9. bis 21. Juli versammelte die Internationale Mathematik-Olympiade über 600 junge Mathegenies in Shanghai. Zwei Genfer gewannen Gold, ein Urner und eine Urnerin Bronze, zwei weitere Jugendliche aus Genf und Freiburg erhielten Ehrenmeldungen. Was steckt hinter dem erstaunlichen Erfolg?

Wirtschaft

Schweizer Schüler gewinnen erstmals Gold bei der Internationalen Wirtschafts-Olympiade

Das fünfköpfige Schweizer Team bei der 9. Internationalen Wirtschafts-Olympiade (12.-20. Juli in Shenzhen, China) hat einen neuen Rekord gesetzt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs gewannen Schweizer Jugendliche Goldmedaillen – und zwar nicht nur eine, sondern gleich zwei.