12.08.2020

Schweizer Nachwuchs-Informatiker gewinnen Goldmedaillen – und Tickets nach Ungarn

Knifflige Aufgaben und clevere Algorithmen: Am 30./31. Juli und am 6./ 7. August fand an der Universität Bern das Finale der Informatik-Olympiade statt. 12 junge Informatik-Profis aus der ganzen Schweiz programmierten um die Wette. Vier von ihnen wurden mit einer Goldmedaille geehrt. Sie werden die Schweiz an der Zentraleuropäischen Informatik-Olympiade (CEOI) und der Internationalen Informatik-Olympiade (IOI) vertreten:

Die Finalisten der Schweizer Informatik-Olympiade 2020. (Bild: Benjamin Schmid)

Gold für Jonas Meier, Lukas Münzel, Joël Huber, Tobias Feigenwinter (von links nach rechts). (Bild: Benjamin Schmid)

Silber für Alberts Reisons, Josia John, Ema Skottova, Caspar Schucan (von links nach rechts). (Bild: Benjamin Schmid)

Bronze für Jonas Filliger, Priska Steinebrunner, Elena Morbach, Mathieu Zufferey (von links nach rechts). (Bild: Benjamin Schmid)

Die Rangverkündigung am 7. August. (Bild: Informatik-Olympiade)

Die Teilnehmenden bewiesen ihr Können in vier fünfstündigen Prüfungen, welche viel logisches Denken erforderten. (Bild: Informatik-Olympiade)

Joël Huber bei der Prüfung. (Bild: Informatik-Olympiade)

Lukas Münzel bei der Prüfung. (Bild: Informatik-Olympiade)

Tobias Feigenwinter bei der Prüfung. (Bild: Informatik-Olympiade)

Jonas Meier bei der Prüfung. (Bild: Informatik-Olympiade)

  • Joël Huber, Gymnasium Freudenberg (ZH)
  • Lukas Münzel, Gymnasium Bäumlihof (BS)
  • Tobias Feigenwinter, Kantonsschule Schüpfheim (LU)
  • Jonas Meier, Gymnasium Thun (BE)

 

Tobias gewann 2019 Silber und konnte sich dieses Jahr noch steigern. Joël erhielt damals schon eine Goldmedaille und gewann an der IOI 2019 in Aserbaidschan Bronze. Lukas und Jonas waren dieses Jahr zum ersten Mal im Finale der Informatik-Olympiade und landeten direkt in den Top Vier.

 

Das Potential ausschöpfen

Damit sich die Finalistinnen und Finalisten der Informatik-Olympiade physisch treffen konnten, wurde das im Mai vorgesehene Finale erst mitten im Sommer durchgeführt, nach der Lockerung der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie. Die Teilnehmenden bewiesen ihr Können in vier fünfstündigen Prüfungen, welche viel logisches Denken erforderten. Was motiviert Jugendliche dazu, ihre Freizeit der Informatik zu widmen? "Wieso macht man sowas? Weil es cool ist!", meint die Aargauerin Priska Steinebrunner, die sich ohne grosses Vorwissen für die Informatik-Olympiade anmeldete und nun eine Bronzemedaille in den Händen hält. "Die Prüfungsfragen an der Informatik-Olympiade sind ein bisschen wie Knobelaufgaben", fügt sie hinzu. Joël Huber erzählt mit Begeisterung von seinem Fach: "Wir haben sehr starke Rechenmaschinen entwickelt. Die Informatik ist die Wissenschaft, die erforscht, wie wir dieses Potential am besten ausschöpfen können".

 

Auf zur nächsten Herausforderung

Aufgrund der Pandemie wird die ursprünglich in Singapur geplante Internationale Informatik-Olympiade im September online abgehalten. Ihre kleine Schwester, die CEOI, ist eine der wenigen internationalen Wissenschafts-Olympiaden, die dieses Jahr physisch stattfinden – in der ungarischen Stadt Nagykanizsa. Die Goldmedaillenträger hoffen, dass es ihnen möglich sein wird, vom 23. bis 29. August nach Ungarn zu reisen. Danach werden Tobias und Jonas, die schon die Matura in der Tasche haben, ihr Studium an der ETH beginnen. Für Jonas steht fest, dass er Mathematik studieren will. Es ist nämlich das Problemlösen an sich, das ihn fasziniert. Joël und Lukas besuchen weiterhin das Gymnasium und können auch nächstes Jahr wieder bei der Informatik-Olympiade mitmachen. Lukas' ausserschulisches Engagement geht sogar noch darüber hinaus: Er will im kommenden Schuljahr auch bei der Chemie-Olympiade und bei Schweizer Jugend Forscht dabei sein.

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Neun Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für über 4'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren.

 

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Bilder

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Kontakt

Lara Gafner

Kommunikationsbeauftragte

Wissenschafts-Olympiade
Universität Bern

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3012 Bern

+41 031 631 51 87

l.gafner@olympiad.ch

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