21.05.2019

Schweizer Schülerin ausgezeichnet an internationaler Philosophie-Olympiade

Zwei Gymnasiastinnen haben die Schweiz an der internationalen Philosophie-Olympiade vertreten. Die Bernerin Oona Wälti gewann mit ihrem Essay eine Ehrenmeldung.

[Translate to English:] Schweizer Delegation: Stéphanie Pereiras Gomes, Lara Gafner, Svenja Freidig und Oona Wälti. Alle Bilder: Philosophie-Olympiade. Download am Ende des Beitrags.

[Translate to English:] Oona Wälti

[Translate to English:] Svenja Freidig

[Translate to English:] Svenja Freidig und Oona Wälti

[Translate to English:] Unterwegs in Rom

[Translate to English:] Unterwegs in Rom

[Translate to English:] Unterwegs in Rom

Am Sonntag, 19. Mai 2019 ging in Rom die internationale Philosophie-Olympiade zu Ende. 100 Jugendliche aus 50 Ländern hatten sich für den Essaywettbewerb qualifiziert. So auch die beiden Schweizer Gymnasiastinnen Oona Wälti (Gymnasium Neufeld, BE) und Svenja Freidig (Gymnasium Hofwil, BE).

 

Oona Wälti wurde mit einer Honorable Mention ausgezeichnet, einer Auszeichnung, die zusätzlich zu den elf Gold-, Silber- und Bronzemedaillen vergeben wird. "Wirklich zufrieden", sei sie mit ihrer Leistung, meint die Berner Schülerin: "Ich hatte mir nämlich gar nicht zum Ziel gesetzt, eine Medaille zu gewinnen. Vielmehr wollte ich das Erlebnis geniessen." Dieses Erlebnis besteht nebst dem Wettbewerb vor allem darin, Jugendlichen aus aller Welt zu begegnen. Dazu Oona: "Ich fand es spannend, mit den Anderen über die Politik in ihrem Land zu diskutieren. Mir fielen auch die kulturellen Unterschiede auf, die ich sonst in meinem Alltag unter Schweizer Jugendlichen nicht sehe."

 

Unrecht erleiden oder Unrecht tun?

Kernstück der Olympiade ist das 4-stündige Essay auf Englisch, das von einer internationalen Jury bewertet wird. Zur Auswahl standen vier philosophische Zitate, Oona und Svenja interpretierten in ihrem Text eine Aussage von Platon: Wie soll man sich entscheiden, wenn man die Wahl hat, entweder selbst Unrecht zu leiden oder Unrecht zu tun?

 

Lara Gafner, Präsidentin der Schweizer Philosophie-Olympiade und Teambegleiterin, erklärt: "Dieses Zitat ist wichtig, weil darin eine Situation besprochen wird, mit der wir tatsächlich konfrontiert werden könnten – ethische Dilemmata begegnen uns sogar im Alltag und auch die Gesellschaft als Ganzes kann damit konfrontiert werden." Nebst der klaren Argumentation legt die Jury auch Wert auf Originalität: "Es geht darum, seine eigenen Gedanken zu Papier zu bringen, anstatt einfach wiederzugeben, was andere Philosophen bereits gesagt haben", so Gafner.

 

Vom Wert der Philosophie für junge Menschen

Die Schülerinnen Oona und Svenja finden Philosophie wichtig, weil sie das kritische Denken fördert. "Es geht darum, dass man die Dinge nicht einfach hinnimmt, wie sie einem gesagt werden, sondern dass man sie auch hinterfragt", meint Oona. Und wer hinterfrage, der könne aktiv werden: "Junge Menschen können so versuchen, Dinge, die nicht gut laufen, zu verändern", ergänzt Svenja.

 

Interview mit Oona und Svenja

 

Impressionen aus Rom

 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Neun Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für über 4'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind hauptsächlich junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren.

 

Bilder

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