15.07.2022

Reisen | Freiwilligenarbeit

Let's talk: Während des Studiums die Welt entdecken

Viele träumen davon, irgendwann mal im Ausland zu studieren. Einige unserer Volunteers haben es gemacht und berichten von ihren Erfahrungen in England, Südafrika, Schweden oder Kanada. Manchmal muss man die Schweiz nicht einmal verlassen, um eine neue Welt zu entdecken - wie wär’s mit einem Austausch über den Röstigraben hinweg?
Mühelos Physik studieren im Meer. Bild: Physik-Olympiade

Cora (Biologie): England

Ich habe meinen Bachelor, Master und PhD in Cambridge in England absolviert. Alleine mit 19 Jahren ins Ausland zu ziehen, hat mich schnell sehr unabhängig und stark gemacht. Ich habe in Cambridge eine magische Zeit erlebt, die mich sehr geprägt hat. Vor allem wurde ich viel weltoffener und toleranter, denn ich hatte zum ersten Mal engen Kontakt mit Menschen aus der ganzen Welt. Bis heute pflege ich Kontakte mit Freunden auf verschiedenen Kontinenten. 
 
An der international renommierten Universität konnte ich natürlich eine wirklich einzigartige Ausbildung geniessen: nicht selten wurde ich von weltweit bekannten Wissenschaftlern in kleinsten Gruppen unterrichtet. Das war sehr inspirierend. Und natürlich ist die Party- und Ausgangsszene in England auch nicht zu verachten!

 

Patrick (Mathematik): Lausanne

Nachdem ich an der Mathematik-Olympiade teilgenommen habe, war für mich klar, dass ich an der ETH Zürich oder der EPF Lausanne studieren werde. Bei der Olympiade habe ich Jana kennengelernt, die heute noch an der EPFL studiert. Sie hat mich auch ein wenig ermutigt, in Lausanne zu studieren. Ich denke, dass der Vorsprung, den man als ehemaliger Olympiaden-Teilnehmer hat, mehr als ausreichend ist, um die durch die Fremdsprache entstehenden Schwierigkeiten zu kompensieren.
 
Als ich in Lausanne ankam, merkte ich sehr schnell, dass meine Freunde mit mir Englisch sprachen oder mich korrigierten, wenn ich Fehler auf Französisch machte. Also beschloss ich, mich noch mehr anzustrengen und so viel wie möglich auf Französisch zu sprechen und zu schreiben. Für die Mathematik-Olympiade habe ich auch ein paar Mal auf Französisch unterrichtet. Während meines Bachelorstudiums merkte ich, dass ich nicht genug Zeit hatte, um mit meinen Freunden und meiner Familie in der Deutschschweiz in Kontakt zu bleiben. Deswegen haben ich mich entschieden, meinen Master an der ETH Zürich zu absolvieren. 
 
Ich bereue es überhaupt nicht, dass ich meinen Bachelor in Lausanne gemacht habe und so viel über die Schweizer Kultur, mich selbst und unsere Gesellschaft gelernt habe. Ich empfehle daher jedem, fürs Studium den Röstigraben zu überqueren, weil im Beruf auch die “Soft Skills” wichtig sind.

 

 

Luc (Physik): Kanada

Ich habe das fünfte Semester meines Bachelors in Toronto, Kanada verbracht. Für mich war es ganz besonders, auf einem anderen Kontinent ein neues Umfeld aufzubauen. Neben Kanadier*innen habe ich auch viele andere Austauschstudent*innen kennengelernt. Da wir alle keine Familie da hatten, waren wir unter uns füreinander da und sind so schnell eng zusammengewachsen. Das war eine sehr schöne Erfahrung.

 

 

Viviane (Mathematik): Hong Kong

Durch meine Erfahrungen an den internationalen Runden der Mathematik-Olympiade habe ich erlebt, dass man überall auf der Welt Leute finden kann, mit denen man sich gut versteht. Jahre später reiste ich mit dieser Einstellung für ein Auslandssemester nach Hong Kong. 

Ohne die Mathematik-Olympiade hätte ich mich wohl nicht getraut. Doch dort habe ich gemerkt, dass man irgendwo hingehen kann und immer nette Leute findet. Ich hatte ohnehin keine Zeit, mir im Voraus grosse Gedanken zu machen, da mein Flug am Tag nach der letzten Prüfung abhob. In Hong Kong lernte ich eine andere Kultur kennen und gewann Abstand von Alltag an der ETH.

 

 

Juliane (Geografie): Südafrika und Schweden

Ich war 2010 für ein halbes Jahr in Kapstadt, Südafrika, und habe mich sofort in die Stadt und das Land verliebt. Nach meiner Rückkehr fühlte ich mich in Jena (eigentlich eine grandiose Studentenstadt) nicht mehr wohl. Alles war so klein, so langweilig, so deutsch und so wenig international. Für mich war damals sofort klar: Für mein Masterstudium möchte ich wieder «raus». In ein anderes Land, in eine andere Sprache. So kam es dann auch und ich entschied mich für ein englischsprachiges Doppel-Masterprogramm in Deutschland & Schweden. Das war genau das richtige: Menschen aus vielen verschiedenen Ländern wurden zu Freunden fürs Leben. Auch Südafrika hat mich nicht losgelassen und so bin ich für Feldarbeiten während meines Doktorats immer wieder dorthin zurückgekehrt.

 

<iframe allowfullscreen frameborder="0" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/5bwkqo6SzWY" width="560"></iframe>
Einen Auslandaufenthalt kann man nicht nur im Gymnasium oder an der Uni machen. In diesem Video von Movetia erzählen Lernende aus Neuchâtel von der Arbeit im Ausland während der Lehre.

 

Movetia ist die nationale Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität im Bildungssystem. Ob in der Schweiz, in Europa oder weltweit – Movetia fördert und unterstützt Aktivitäten für Austausch, Mobilität und Kooperation in allen Bildungsbereichen von der Primar- bis zur Tertiärstufe sowie in der Erwachsenenbildung und im ausserschulischen Bereich. Movetia ist Unterstützungspartner der Linguistik-Olympiade, die den Austausch in der Schweiz und im Austausch ermöglicht. Mehr auf movetia.ch.

 

Weitere Artikel

Chemie

Dafftin Schenk, Teilnehmer an Olympiaden in Paraguay und der Schweiz

Im März sprachen wir mit Leonard Cardenas, der sowohl in Kuba als auch in der Schweiz an der Mathematik-Olympiade teilgenommen hatte. Dies inspirierte einen jungen Chemiker mit einer ähnlichen Geschichte dazu, ein Interview zu geben.

Informatik

Follow the Informatics Olympiad on their trip to Slovakia

They were invited by the Slovakian Olympiad in Informatics to join their IOI selection from 29th of April until 6th of May. The Swiss delegation consisted of Albert Kovacs, Benoît Schmit, Máté Makai, and Laetitia Sophia Orglmeister, accompanied by Cheng Zhong and Ursus Wigger.

Chemie

Verband

“Menschen, die für die Sache brennen und andere begeistern können”

Als Fabian Teilnehmer bei der Chemie-Olympiade war, war Patrik deren Präsident. Heute ist Fabian Präsident und sieht Patrik als Vorbild. Wie fühlt es sich an, ein Vorbild zu sein? Die Freiwillige Aysan hat sich mit Fabian und Patrik darüber unterhalten, was Vorbilder ausmacht.

Physik

Physik erleben & vernetzen: Melde dich fürs Women’s Weekend in Bern an!

Vom 4-6. September 2026 findet das Women's Weekend der Physik-Olympiade in Bern statt. Neben einem Workshop im TecLab und gemeinsamen Lösen von Challenges steht der Spass und das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. Melde dich bis am 31. Mai an!

Verband

WO-Vorstand arbeitet an Organisationsentwicklung, KI - und macht Musik!

Wie tönen die Olympiaden? Wie umgehen mit KI bei den Olympiadenprüfungen? Und wie den Verband noch besser organisieren? Mit diesen Fragen hat sich der WO-Vorstand am 28. und 29. März 2026 an einer Retraite in Basel beschäftigt. Carole Zermatten, neugewählte Vize-Präsidentin, gibt uns ihre Antworten.

Philosophie

Zweite Schweizer Teilnahme an der Deutschsprachigen Philosophie-Olympiade

Vom 22. bis 25. März fand in Salzburg der Bundeswettbewerb der Österreichischen Philosophie-Olympiade statt, zu dem auch Gastdelegationen aus der Schweiz und Südtirol eingeladen werden. Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne war die Schweiz auch dieses Jahr mit zwei Teilnehmenden am Start.